Bone Bruise -Knochenödeme im Fußballsport – Therapien und Behandlungsmöglichkeiten Entstehung, Auftreten und Verlauf

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In den vergangenen Jahren hat sich der Begriff des Knochenödems, die sogenannten „Bone bruise“ oder auch als Knochenmarksödem oder Knochenprellung bezeichnete Verletzung, in der Unfallchirurgie als neue Begrifflichkeit etabliert. Knochenödeme stellen knöcherne Verletzungen dar, die mit Hilfe von Röntgenaufnahmen und Computertomografie (CT) nicht erkannt werden können. Die Verletzungen können lediglich mittels Magnetresonanztomographie (MRT) diagnostiziert werden (Rangger et al. 2006). Knochenödeme können in vier Gruppen unterschieden werden: Mechanisch induzierten Ödeme beinhalten Diagnosen wie das „Bone bruise”, trabekuläre Frakturen und Mikrofrakturen sowie die Stressfrakturen. Ischämisch bedingte Odeme sind die Osteochondrosis dissecans und die Osteonekrose. Reaktive Ödeme entstehen auf der Grundlage degenerativer oder entzündlicher Gelenkerkrankungen sowie postoperativ oder bei Weichteilaffektionen (Walther & Stäbler 2006). Ebenso finden sich im Sportbereich vorwiegend mechanisch induzierte Ödeme (Walther & Stäbler 2006).
Dabei verweisen Rangger et al. (2006) darauf, dass der Unfallmechanismus noch weitgehend ungeklärt ist. Die Autoren vermuten allerdings, dass Knochenödeme im Zusammenhang mit Rupturen des vorderen Kreuzbandes (VKB) auftreten. Denn bis zu 80 Prozent aller VKB-Rupturen weisen im MRT ein Knochenödem auf, insbesondere im lateralen Femurkondylus bzw. im posterolateralen Abschnitt der Tibia. Jedoch tritt Bone bruise auch an stabilen Kniegelenken auf. Es wird angenommen, dass der Unfallmechanismus, welcher zu einer VKB-Ruptur führt, auch die Entstehung eines Knochenödems verursachen kann. Ebenso wird darüber diskutiert, ob Knochenödeme auch durch die gleichen Unfallmechanismen wie Frakturen ausgelöst werden. Dabei bleibt jedoch ungeklärt, wann bei einem bestimmten Unfallmechanismus ein Knochenödem und wann eine komplette Fraktur entsteht. Zudem bleibt offen, wieviel kinematische Energie aufgebracht werden muss, damit ein Bone bruise entsteht (Rangger et al. 2006).
Auch wird sich im sportmedizinischen Kontext mit dem Auftreten eines Knochenödem im Os pubis kontrovers auseinandergesetzt. Es bleibt jedoch unklar, inwiefern die Bone bruise für die Schmerzen beim Sportler im vorderen Beckenring verantwortlich gemacht werden kann. Denn treten Schmerzen auf, so müssen für die Ostitis pubis verschiedene andere Krankheitsbilder in Betracht gezogen werden. Zwar kann in diesem Zusammenhang das Knochenödem im Os pubis als mechanischer Stressindikator betrachtet werden, allerdings ist das Ödem nicht zwangsläufig für die Schmerzen verantwortlich (Krüger 2012). Auch treten Ödeme häufig in den Füßen und Sprunggelenken von Sportlern auf (Walther & Stäbler 2006). Jedoch muss das Auftreten solcher Ödeme nicht notwendigerweise mit Beschwerden einhergehen. So findet sich bei bis zu 40 Prozent aller Patienten bei einem Distorsionstrauma Knochenödeme wieder und jeder Dritte in der Allgemeinbevölkerung hat entweder am Fuß oder am Sprunggelenk Knochenödeme (Ärzte Zeitung 2007). Es kann aber davon ausgegangen werden, dass keine Anhaltspunkte existieren, die auf Spätschäden bei Bone bruise hinweisen. Insbesondere isolierte Verletzungen heilen nach erfolgreicher Therapie ab (Rangger et al. 2006).
Bone bruise – auch ein Thema für den Fußballsport?
Dass Knochenödeme auch ein Thema für den Fußballsport sind, zeigt sich darin, dass in der Vergangenheit mehrere Fußballprofis aufgrund einer Bone bruise für viele Wochen ausfallen mussten. So sind Knochenödeme im Fußballsport keine Seltenheit, da nicht nur die Muskulatur und der Kapsel-Sehnen-Bandapparat hohen Belastungen ausgesetzt sind, sondern auch eine hohe Beanspruchung an den Knochen besteht (Bartl et al. 2014). Krüger (2012) stellt fest, dass bereits die Erhöhung der Trainingsintensität bei Fußballspielern ausreichen würde, um ein Knochenödem im Schambein entstehen zu lassen. Denn Ödeme im Knochen werden durch chronische Stressreaktionen hervorgerufen. Ebenso ist die häufigste Ursache von VKB-Rupturen Sportunfälle in Sportarten mit Sprüngen und plötzlichen Drehbewegungen, wie es auch beim Fußball der Fall ist (Petersen & Zantop 2009). Bartl et al. (2014) verweisen darauf, dass das Knochenödem überwiegend jüngere Sportler aus dem Bereich des Leistungssportes betrifft. Die Autoren stellen heraus, dass insbesondere Sportarten mit kurzen, intensiven Belastungsspitzen sowie Sportarten mit erhöhter Verletzungsgefahr auftreten. Daher ist Bone bruise ein wichtiges Thema auch im Bereich des Fußballsportes, welches jedoch bislang zu wenig Beachtung erhalten hat.

Behandlungsmethoden
Der Erfolg eines Fußballspielers hängt im Wesentlichen von der medizinischen Betreuung ab. Infolgedessen ist es erforderlich, Behandlungsmethoden zu entwickeln, die eine schnelle und zielgerichtete Genesung des Athleten versprechen, sodass eine schnelle Rückkehr zum Sport ermöglicht wird. In Anlehnung an die Stadieneinteilung von Krüger (2012), können Ödeme im Schambein im ersten Stadium durch eine frühzeitige therapeutische Intervention behandelt werden, sodass ein Auftreten von Schmerzen und langwierige Verläufe vermieden werden können. Ist bereits eine Schmerzempfindung vorhanden, wie es im Übergang zwischen Stadium 1 und Stadium 2 der Fall ist, so stehen konservative physiotherapeutische und medikamentöse sowie physikalische Maßnahmen im Vordergrund. Für Sportler hat sich in der Praxis ein schmerzadaptiertes aktives physiotherapeutisches Trainingsprogramm bewährt, welches zu einer Kräftigung der Adduktorenmuskulatur führt, die muskuläre Balance der das Becken übergreifenden Muskulatur wiederherstellt und das Hüftgelenk stabilisiert. Das Stadium 3 zeichnet sich durch erhebliche Schmerzen beim Athleten aus. In diesem Falle ist eine operative Stabilisierung meist unumgänglich. Häufig verbleibt als therapeutische Möglichkeit lediglich eine langwierige schmerzadaptierte konservative physiotherapeutische Behandlung, die die muskulären Mängel des Patienten berücksichtigt. Ergänzend ist eine analgetische Behandlung und einer Sportpause anzuraten. In diesem Zusammenhang ist jedoch mit einem Beschwerdezeitraum von 10 bis 12 Monaten zu rechnen.
Auch hat sich im Rahmen der operativen Möglichkeit eine sogenannte Entlastungsbohrung bewährt, bei welchem der Knochen angebohrt wird und somit eine Entlastung hervorgerufen wird. Entlastungsbohrungen bringen eine sehr schnelle Schmerzfreiheit und eine Rückbildung des Ödems. Bei konservativen Behandlungen ist der Heilungsverlauf dagegen deutlich erhöht (Vahlensieck & Reiser 2015). Das bedeutet jedoch nicht im Umkehrschluss, dass eine operative Behandlung der konservativen Therapie vorgezogen werden muss. Denn bei Entlastungsbohrungen ist die Wirksamkeit lediglich an der Hüfte belegt (Vahlensieck & Reiser 2015). Wichtig ist in erster Linie, dass so früh wie möglich eine Diagnose gestellt wird, damit optimale Heilungschancen erreicht werden. Geschieht dies nicht, so wird sich im weiteren Verlauf der Prozess der Erkrankung weiter fortschreiten und infolgedessen die Therapiemaßnahmen immer aufwändiger werden. Physiotherapeutische Maßnahmen stellen in diesem Kontext eine ideale Therapie dar, da hierbei insbesondere auf muskuläre Defizite eingegangen und präventiv vorgegangen wird.
Literaturangaben
Ärzte Zeitung (2007): Knochenmarksödeme am Fuß sind nicht immer bedenklich. URL unter: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/skelett_und_weichteilkrankheiten/article/461015/knochenmarksoedeme-fuss-nicht-immer-bedenklich.html (Abgerufen am 22.02.2017).
Bartl, C., Elser, F., Boenisch, U. et al. (2014): Knochenmarködeme. Moderne Behandlungsmethoden im Fußball. Medicalsports network, 4, S. 20-24.
Krüger, J. (2012): Das Knochenödem im Os pubis – Vorschlag einer Stadieneinteilung unter Anwendung der MRT. SportOrthoTrauma, 28, S. 182-188.
Petersen, W., Zantop, W. (2009): Das vordere Kreuzband. Grundlagen und aktuelle Praxis der operativen Therapie. Köln: Deutscher Ärzteverlag.
Rangger, C., Goost, H., Kabir, K., Burger, C. (2006): Bone bruise. Morphologische Veränderungen und klinische Relevanz. Trauma Berufskrankh, 8, S. 178-181.
Vahlensieck, M., Reiser, M. (2015): MRT des Bewegungsapparates. 4. Auflage. Stuttgart, New York: Thieme Verlag.
Walther, M., Stäbler, A. (2006): Das Knochenödem am Fuß. Fuß & Sprunggelenk, 4 (3), S. 174-183.

Eric Hebgen kommt mit der afa – applied fascial adjustment Fortbildungserie nach Bad Driburg

Es freut mich Eric Hebgen mit seiner Faszienausbildungsreihe  afa nach Bad Driburg einladen zu dürfen.

12.-13.04.18 Teil 1

11.-12.10.18 Teil 2

Platzreservierungen für die Anmeldungen  können schon jetzt unter:

info@marco-congia.de

erfolgen.

Vita:

Geburtsdatum: 15.03.1966
Geburtsort: Koblenz

Studium:

1987-1990
Humanmedizin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn (1. Staatsexamen)

Berufsausbildung:

1990-1992
Ausbildung zum Physiotherapeuten an der Eva-Hüser-Schule in Bad Rothenfelde

1995-2000
Osteopathieausbildung am Institut für angewandte Osteopathie (IFAO) in Düsseldorf

2001
Abschlussarbeit der Osteopathie mit Verleihung des Titels “D.O.” in September 2001: Behandlung des Gilles de la Tourette-Syndroms mit Kraniosakraler Osteopathie

2002
Heilpraktikerprüfung in Mainz (bestanden)

2010
Erlaubis zur Führung der Weiterbildungsbezeichnung „Osteopath“ (WPO Hessen) – einer der wenigen in Deutschland, die diese Bezeichnung führen dürfen

Beschäftigungen:

1992-1993
St. Josef Krankenhaus in Koblenz

1993-1997
Lehrtätigkeit an der Physiotherapieschule des St. Josef Krankenhaus in Koblenz

seit 1993
Physiotherapiepraxis H. Kostrzewa-Hebgen und E. Hebgen in Dierdorf

seit 2000
Dozententätigkeit am Institut für angewandte Osteopathie(IFAO) in Düsseldorf, Leipzig, Trier, Berlin, Mutterstadt, Nürnberg und Hannover im Fach “Viszeralosteopathie”

seit 2002
Praxis für Osteopathie in Königswinter-Vinxel

2011
Gründung des Vinxel Institute of Osteopathy (VXIO)

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Vita:

Geburtsdatum: 15.03.1966
Geburtsort: Koblenz

Studium:

1987-1990
Humanmedizin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn (1. Staatsexamen)

Berufsausbildung:

1990-1992
Ausbildung zum Physiotherapeuten an der Eva-Hüser-Schule in Bad Rothenfelde

1995-2000
Osteopathieausbildung am Institut für angewandte Osteopathie (IFAO) in Düsseldorf

2001
Abschlussarbeit der Osteopathie mit Verleihung des Titels “D.O.” in September 2001: Behandlung des Gilles de la Tourette-Syndroms mit Kraniosakraler Osteopathie

2002
Heilpraktikerprüfung in Mainz (bestanden)

2010
Erlaubis zur Führung der Weiterbildungsbezeichnung „Osteopath“ (WPO Hessen) – einer der wenigen in Deutschland, die diese Bezeichnung führen dürfen

Beschäftigungen:

1992-1993
St. Josef Krankenhaus in Koblenz

1993-1997
Lehrtätigkeit an der Physiotherapieschule des St. Josef Krankenhaus in Koblenz

seit 1993
Physiotherapiepraxis H. Kostrzewa-Hebgen und E. Hebgen in Dierdorf

seit 2000
Dozententätigkeit am Institut für angewandte Osteopathie(IFAO) in Düsseldorf, Leipzig, Trier, Berlin, Mutterstadt, Nürnberg und Hannover im Fach “Viszeralosteopathie”

seit 2002
Praxis für Osteopathie in Königswinter-Vinxel

2011
Gründung des Vinxel Institute of Osteopathy (VXIO)

Veröffentlichungen:

Dezember 2003
Veröffentlichung des Fachbuchs „Viszeralosteopathie – Grundlagen und Techniken“ im Hippokrates Verlag

Juni 2006
Veröffentlichung des Fachbuchs „Triggerpunkte und Muskelfunktionsketten“ im Hippokrates Verlag zusammen mit P. Richter

November 2008
Veröffentlichung des Fachbuchs „Checkliste Viszerale Osteopathie“ im Hippokrates Verlag

Herbst 2012
Veröffentlichung der Fachbücher „Taschenatlas Myofasziale Triggerpunkte“ und „Lehrbuch Osteopathie“ mit W. Langer

2015/2016
Gastherausgeber der Zeitschrift „DO“

seit 2016
Mitherausgeber der Zeitschrift „osteopathisch“ im Thieme-Verlag

 

 

 

afa – applied fascial adjustment 1
Mal ganz soft und mal ganz hart – Behandlung der Faszien des Bewegungsapparates

Lange Zeit wurden die Faszien von der Schulmedizin, den Anatomen und Therapeuten vernachlässigt.

Schon früh jedoch wurden sie von einigen „Pionieren“, z.B. Ida Rolf oder A.T. Still für sehr wichtig erachtet und Therapieansätze entwickelt. Im Laufe der Zeit kamen diverse weitere Faszienkonzepte und -therapien hinzu, so dass man die Übersicht leicht verlieren kann.

In diesem Kurs lernen sie viel über die Anatomie der Faszien. Verschiedene Faszienkonzepte werden vorgestellt, Gemeinsamkeiten und Prinzipien der Diagnostik und Behandlung herausgearbeitet und in der Praxis intensiv am Bewegungsapparat geübt.

Inhalte:

Theorie:

Definition Faszien
Embryologie
Organisation der Faszien
Systematik der Faszien

Vorstellung von Faszienkonzepten (FDM, Rolfing, Zentralsehne, Historische Techniken)

Praxis:

Prinzip der Diagnostik
Aktive und passive Tests
Gemeinsamkeiten/Prinzipien der unterschiedlichen Faszienkonzepte

Diagnostik (direkte und indirekte Tests, Zink-Pattern, Zentralsehnendiagnostik)

Behandlung (direkt/indirekt) nach Regionen:
1. Kopf, Nacken, CTÜ, Arm
2. Torso ventral und dorsal
3. LBH-Region
4. Bein
afa – applied fascial adjustment 2

VOD-zertifiziert! (10 Punkte pro Tag)
Die gesamte afa-Reihe ist vom VOD als „kinderrelevante Fortbildung“ anerkannt. Dies bedeutet, VOD-Mitglieder, die das Kindersymbol auf der Therapeutenliste haben, können mit diesen Fortbildungen, die zur Verlängerung der Zertifizierung erforderlichen 30 Fortbildungspunkte abdecken.

afa 2 – Behandlung der viszeralen Faszien

Organe bestehen größtenteils aus Bindegewebe – dem Stroma. Es ist das Gerüst eines Organs. Dieses Bindegewebe verhält sich wie alles Bindegewebe im Körper viskös und elastisch. Das Bindegewebe der Organe steht außerdem von seinem Ursprung her in Verbindung mit den übrigen faszialen Geweben.

Liegen Störungen im Bereich des Organstromas vor, verändert das die Dichte eines Organs und führt zu Dysfunktionen. Mit geübten Händen lassen sich die Veränderungen im Stroma aufspüren und beseitigen.

In diesem Konzept werden Organe als fasziale Strukturen betrachtet. Es stehen hier nicht Mobilitätsstörungen eines Organs im Vordergrund, vielmehr zielt die Therapie auf einen faszialen Ausgleich des Organstromas ab.

Ebenfalls in diesem Kurs lernen Sie die Palpation und Behandlung von Organ- und anderen Körperarterien kennen.
Inhalte:

Funktionelle Anatomie der Organe
Osteopathische Ketten

Palpation der Stromaviskoelastizität und der Organarterien

Befunderhebung

Behandlung der Stromaviskoelastizität und der Organarterien:

Verdauungsorgane

Urogenitalsystem, Thoraxorgane

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Neural induktive AP Therapie – ein nachhaltiges Gesundheitskonzept für alle Lebensbereiche

Das Konzept
Neural induktive AP Therapie ist ein relativ junges Konzept, welches zwar auf
altbekanntes Wissen beruht aber durchaus neue Wege in der Physiotherapie
aufzeigt. Dieses Konzept beinhaltet sowie aktive als auch passive Therapieformen
mit dem Ziel, die fraktalen Strukturen des Körpers wiederherzustellen und zu
behalten. Das bedeutet, dass was aus der Form ist, durch Form wieder in die
Form zurückgebracht wird. Physiorefreshment ist eine mehrdimensionale Methode
und vereint unterschiedliche Module, wie Ernährung, Bewegung, soziale Aspekte
und Zeitmanagement.
Fraktale Strukturen sind zunächst Konstrukte, die schwer zu bestimmen sind und
in erster Linie Anwendung in den Mathematikwissenschaften finden. So bedeutet „
fraktal“, dass das Kleine sich im Großen wiederholt, bzw. das Kleine im Großen
steckt (Mandelbrot 1987). So finden sich auch im menschlichen Körper eine
Vielzahl von Fraktalen, also kleine Dinge, die den gesamten Menschen reprä
sentieren, wie beispielsweise innere Organe, die wiederum aus einzelnen Zellen
bestehen. Die gesamten Zellen, aus denen ein Lebewesen besteht, wird von
Information, Funktion und Ernährung am Leben erhalten. Dabei haben
unterschiedliche Faktoren einen Einfluss darauf, ob die Lebenstätigkeiten eher
positiv oder negativ sind. Hierbei spielt die richtige Mischung zwischen aktiver und
passiver Lebenstätigkeit eine wesentliche Rolle.
In Abhängigkeit der Indikatoren und Therapiezielen, wird die Behandlung
individuell angepasst, sodass dieses Konzept den Patienten da abholt, wo er
steht. Es wird eine Umwelt geschaffen, welche eine schnelle Erleichterung des
negativen Zustandes bewirkt und die Akzeptanz des Patienten für die Therapie
deutlich erhöht. Darüber hinaus erhält der Patient die Freude an der Bewegung
wieder zurück, was dazu führt, dass er motiviert ist und Vertrauen in die Therapie
bekommt (Zwick 2007). Dieser Aspekt ist besonders hervorzuheben, da der
Therapeut als ein wichtiger Begleiter des Patienten angesehen werden kann.
Somit lernt der Behandelte, eigenverantwortlich über seine Gesundheit zu
handeln. Dies ist erforderlich, um ihm Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Denn Hilfe zur Selbsthilfe verfolgt das Ziel, Selbsthilfepotentiale zu aktivieren, die eigene
Verantwortlichkeit des Individuums zu stärken sowie ihn zu motivieren und in die
Lage zu versetzen, langfristig selbstständig und eigenverantwortlich
Bewegungstraining durchzuführen (Kunz & Karanikas 2016).
Bewegung fördert Lebensqualität
Dass Bewegung für den Organismus unentbehrlich ist, ist wohl jedem Menschen
bekannt. Wichtig ist es jedoch, ein bewusstes Verständnis für Bewegung zu
entwickeln und die Notwendigkeit von Bewegung zu erkennen. So wurde bislang
vielfach in wissenschaftlichen Studien belegt, dass Bewegungen einen
wesentlichen Einfluss auf die Lebensqualität hat (u.a. Donini et al. 2016; Araujo et
al. 2016).
Das Ziel ist es daher, den gesamten Organismus anzuregen und ihn beweglich zu
halten, was auch unter der sogenannten „Bewegungshygiene“ zu verstehen ist.
Werden durch die gezielt angeleiteten Funktionsübungen Stabilität in der
wiederholten Ausführung getroffen, so kann von einem Erreichen der Bewegungs- und Übungsbereitschaft gesprochen werden. Überdies blockieren Schmerzen die
Bereitschaft zur Bewegung (Van den Berg 2007). Entscheidend ist es daher,
Druck des Schmerzes abzubauen oder ihn zu kompensieren. Gezielte Funktionsü
bungen können den Patienten dabei unterstützen, die Schmerzbelastungen auch
in Ruhephasen zu reduzieren bzw. gänzlich aufzuheben. So können myofasziale
Dehnung und Mobilisation eine Hub- und Druckentlastung schmerzentlastend
wirken. Denn insbesondere wenn der Austausch von Stoffen zwischen den Zellen
nicht mehr optimal funktioniert, können Schmerzen an bestimmten Stellen des Kö
rpers entstehen (Fischer & Peuker 2011).
Therapeutische Bewegung
Erst durch die fraktalen Systeme in unserem menschlichen Körper, kann eine
Stoffwechselleistung erst erbracht werden. Damit ein dauerhaftes Wohlbefinden
erreicht werden kann, muss die Leistungsfähigkeit der fraktalen Strukturen des Kö
rpers wiederhergestellt und erhalten werden. In diesem Zusammenhang ist es
erforderlich, dass der Patient in einer schmerzfreien Position abgeholt werden
muss, um sich im weiteren Verlauf schmerzfrei in einer normalen Position, in der
Regel aufrecht, bewegen kann. Dabei ist es unumgänglich, dass der Behandelte sich in einer für ihn angenehmen Position bewegen kann. Üblicherweise findet diese Bewegung im Stehen oder im Sitzen statt. Hierbei entscheidet das Empfinden des Patienten. An dieser Stelle ist darauf zu achten, dass die
Bewegung aus einer aktiven und einer passiven Komponente besteht. Ersteres
wird durch den Patienten selbst eingeleitet, während die passive Komponente
durch den Therapeuten gelenkt wird.
Ganzheitliche Mobilisationstherapie
Die Mobilisierung von Faszien stellt hierbei ein Kernthema dieses Moduls dar. Sind Faszien verklebt oder verhärtet, können Einschränkungen der Beweglichkeit
oder chronische Schmerzen die Folge sein (Paoletti 2011). Dabei ist jedoch das Erfordernis gegeben, dass sich nicht lediglich nur auf das Fasziensystem
konzentriert wird. Aus ganzheitlicher Sicht bedürfen die anderen Komponenten
des Bewegungsapparates auch einer intensiven Betrachtung. Dabei spielen
insbesondere die Wechselwirkungen zwischen Faszien, Muskeln und Gelenke
eine übergeordnete Rolle (Gautschi 2016) und werden bei den klassischen
Therapiemaßnahmen unzureichend beachtet. Physiorefreshment konzentriert sich
daher auf das Zusammenspiel des Gesamtsystems
Bedeutung für die physiotherapeutische Praxis
Welche Bedeutung haben diese Aspekte für die physiotherapeutische Praxis? In Anlehnung an die Disposition des Patienten, ermöglicht Physiorefreshment eine
nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. Aufgrund der ganzheitlichen Betrachtung wird
nicht nur lediglich ein spezieller Bereich einer Behandlung unterzogen, sondern
das Zusammenspiel von unterschiedlichen Komponenten berücksichtigt. Dieser Ansatz kann die Gesundheit und die Selbstheilungskräfte nachhaltig fördern. Darü
ber hinaus kann diese erfolgsorientierte Therapie dazu führen, dass auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten eingegangen und lebensbehindernde
Vorgänge gestoppt und eliminiert werden. Insbesondere bei Schmerzen, die bei
dem Patienten Ängste und Panik auslösen, ist diese Therapieform
erfolgsversprechend. Des Weiteren besteht kein Verletzungsrisiko bei dieser Methode. Das Physiorefreshment-Konzept ist bereits schon seit mehreren Jahren
erprobt und bewährt sich zunehmend in der physiotherapeutischen Praxis.

Literaturangaben
Araujo D.N., Ribeiro, C.T., Maciel, A.C. (2016): Physical exercise for the treatment of non-ulcerated chronic venous insufficiency. Cochrane Database Syst Rev. 2 (12), [Epub ahead of print].
Donini, L.M., Merola, G., Poggiogalle E. et al. (2016): Disability, Physical Inactivity, and Impaired Health-Related Quality of Life Are Not Different in Metabolically Healthy vs. Unhealthy Obese Subjects. Nutrients., 8 (12), S. 759.
Fischer, L., Peuker, E.T. (2011): Lehrbuch Integrative Schmerztherapie. Stuttgart: Haug.
Gautschi, R. (2016): Manuelle Triggerpunkt-Therapie: Myofasziale Schmerzen und Funktionsstörungen erkennen, verstehen und behandeln. 3. Auflage. Stuttgart: Thieme.
Kunz, M., Karanikas, K. (2016): Medizinisches Aufbautraining. Grundlagen, Indikationen, Klinische Anwendungen. München: Urban & Fischer.
Mandelbrot, B.B. (1987): Die fraktale Geometrie der Natur. Basel: Springer.
Paoletti, S. (2011): Faszien. Anatomie, Strukturen, Techniken, Spezielle Osteopathie. 2. Auflage. München: Urban & Fischer.
Van den Berg, F. (2007): Angewandte Physiologie. Therapie, Training, Tests. 2. Auflage. Stuttgart: Thieme.
Zwick, H. (2007): Bewegung als Therapie. Gezielte Schritte zum Wohlbefinden

Das Zwerchfell und der Einfluss auf das körperliche System

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Das Zwerchfell stellt der wichtigste Atemmuskel dar und er bewirkt, bei einer richtigen Atmung, 80 Prozent des Atemvolumens. Hierbei handelt es sich um eine gewölbte Muskelplatte, die den Brustraum vom Bauchraum abtrennt. Gemeinsam sorgen der Zwerchfellmuskel und die Zwischenrippenmuskeln für die Ausdehnungsfähigkeit der Lunge und somit für ausreichend Atemluft.

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Wie viele anderen Strukturen im menschlichen Körper, hat das Zwerchfell mehr als nur eine Funktion: Es hat Verbindungen im gesamten Körper und liefert somit ein Netzwerk, welches für die Atmung erforderlich ist. Untersuchungen konnten zeigen, dass eine wesentliche Rolle die gefäß- und lymphatischen Verbindungen spielen. Somit kann eine optimale physiologische Aktivität des Zwerchfells dazu beitragen, dass Probleme im venösen Abfluss verhindert werden können. Ein weitaus bedeutenderer Aspekt stellen jedoch die faszialen Verbindungen dar. Faszien sind in diesem Zusammenhang extrem wichtig, da sie die Leistungen der Muskulatur verbessern können. Die Kontraktionskräfte können in alle Richtungen über das Bindegewebe übertragen werden und können zur gleichen Zeit Informationen in alle Körperregionen senden. So ist es nicht verwunderlich, dass eine Irritation des Zwerchfells sich auf den gesamten Organismus niederschlagen kann, wie beispielsweise auf den Harntrakt. Denn die Faszie des Zwerchfells steht mit der Faszie des Beckens in Verbindung. Die Funktionen des Zwerchfells gehören zudem zu den bedeutendsten biomechanischen Mechanismen des gesamten Körpers. Neben der Aktivierung von Gewebe, ist es für die physiologische Aktivität jeder einzelnen Körperzelle unverzichtbar.
Aus diesem Grunde ist es erforderlich, das Zwerchfell nicht lediglich separiert zu betrachten, sondern es als Teil des Körpersystems wahrzunehmen. Das Zwerchfell ist dazu in der Lage, weite Bereiche des Körpers und somit auch die Gesundheit zu beeinflussen. Infolgedessen besteht die Notwendigkeit, die gesamte Vernetzung des Zwerchfells im Rahmen von therapeutischen Strategien zu berücksichtigen. Ein umfangreiches Wissen über die Funktion der einzelnen Bestandteile des Zwerchfells kann somit einen wichtigen Beitrag zur Bedeutung der funktionellen Einheit in der Therapie liefern.