Starke Fersenschmerzen oder wie behandelt man eine Plantarfasziitis?

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Die Überbeanspruchung der Plantarfaszie – beispielsweise durch intensiven Laufsport (zumal bei Fußfehlstellungen) ­– kann zu einer schmerzhaften Entzündung führen, die in Fachkreisen als Plantarfasziitis bezeichnet wird. Bei der sogenannten Plantarfaszie handelt es sich um ein dickes bindegewebiges Band, das an der vorderen Seite des Fersenbeins ansetzt. Die Aufgabe dieser Faszie ist es, eine Spannung zwischen Vorfuß und Verse zu erzeugen und so die Stöße beim Laufen abzufedern.

Besteht eine ausgeprägte Fehlstellung des Fußes und wird der Fuß durch übermäßige Beanspruchung überlastet, so kann das zu Schädigungen der Plantarfaszie führen. Die Fehl- oder Überbelastungen führen dann häufig zu feinen Haarrissen und in der Folge zu Entzündungen, also zu Schädigungen und zu funktionalen Einschränkungen. Teilabrisse der Plantalfaszie und sogar Komplettabrisse sind ebenfalls möglich. Die überstrapazierte, partiell geschädigte Faszie, weist meist knotige Verhärtungen auf, die sich vom Therapeuten auch ertasten lassen.

Neben bestimmten Fußfehlstellungen können eine übermäßige Trainingssteigerung, falsche Laufschuhe, mit zu geringen Dämpfeigenschaften, der Wechsel des Laufuntergrundes, Übergewicht oder auch Alterserscheinungen diese schmerzhaften Veränderungen begünstigen. Bei rund der Hälfte der Patienten, die über eine Plantarfasziitis klagen, ließ sich zudem ein Fersensporn feststellen.

Stoßwellentherapie zur Regeneration

Zur Behandlung der chronischen Plantarfasziitis wird u. a. die Stoßwellentherapie eingesetzt, die als eine besonders schonende Behandlung bei Entzündungen und Verkalkungen gilt. Bei Stoßwellen handelt es sich um besonders energiereiche mechanisch-akustische Wellen, die auf feste Widerstände im Körpergewebe gezielt einwirken können. Innerhalb kurzer Behandlungseinheiten lassen sich Sehnenansatzentzündungen behandeln und Sporne (Verkalkungen) zertrümmern. Die Erfolgsraten liegen bei bis zu 70 Prozent. Zudem gilt die Therapie als wenig belastend, ja als meist unproblematisch. In wissenschaftlichen Studien konnten bei Einsatz der Stoßwellentherapie eine deutliche Schmerzreduktion bei den meisten Probanden nachgewiesen werden.

Kortikosteroid-Injektionen

Bei einer hartnäckigen Plantarfasziitis kann zudem eine örtliche Injektion Linderung der Schmerzen bewirken. Kortikosteroid-Injektionen zeigen oft kurzfristig gute Erfolge, allerdings lösen sie (wie auch die Stoßwellentherapie) nicht das Problem, das diesem Krankheitsbild zugrunde liegt, nämlich die falsche biomechanische Belastung der Plantarfaszie.

Behandlung durch Krafttraining

Die Behandlung der Plantarfasziitis ist zudem mit einfachen, konservativen Behandlungsmethoden möglich. Dazu gehören die tägliche Dehnung der Wadenmuskulatur und die Dehnung der Plantarfaszie. Außerdem kann, um eine exzessive Pronationsstellung (Einwärtsdrehung) zu erreichen, das Tragen von Einlagen, die das Fußgewölbe zu stützen helfen, sinnvoll sein. Nachts können angepasste Fußschienen den Fuß in einer neutralen Position fixieren und so die Plantarfaszie entlasten. Darüber hinaus belegt eine aktuelle Studie, die häufige Wirksamkeit gezielten Krafttrainings. Spezifische Stretching-Übungen sowie Kraft-Übungen für die Waden und die Fußmuskulatur können nachweislich helfen die Schmerzen deutlich zu lindern. In jedem Fall sollte man aber auch darauf achten den Körper nicht durch extreme Trainingssteigerung zu überlasten.

Übrigens: Als begeisterter Vielläufer berate ich Sie gerne! Ihr Marco Congia

Police statt Price – Progressive Gewebebelastung bei akuter Weichteilverletzung

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Beitrag von Marco Congia in der pt, Zeitschrift für Physiotherapeuten, 67. Jahrgang, Heft: 7_2015

Vorbemerkung:

PRICE (engl. protection, rest, ice, compression, elevation) bedeutet Schutz, Pause, Eis, Kompression und Hochlagerung.

POLICE (engl. to police = etwas überwachen, kontrollieren) steht für eine optimale Belastung.

Im British Journal of Sports Medicine erschien Anfang 2015 ein sehr interessanter Beitrag zur Therapie nach Verletzungen: Statt Ruhe und Entlastung soll das verletzte Gewebe adäquate Belastungsreize erfahren. Marco Congia stellt Ihnen die Inhalte des englischen Editorials vor.

In der sportmedizinischen Wissenschaft werden unterschiedliche Ansätze zur Rehabilitation diskutiert, wenn Sportler von einer Weichteilverletzung betroffen sind. Bisher ging die Forschung davon aus, dass bei einer akuten Sportverletzung das gängige Modell PRICE Anwendung finden sollte, das die Schlüsselvariablen Schutz, Pause, Eis, Kompression und Hochlagerung beinhaltet. Jedoch wurde dessen Relevanz in der Behandlung jüngst infrage gestellt, denn es wird vermutet, dass Entlastung keinen zusätzlichen Schutz für das Gewebe bringt.

In diesem Zusammenhang richtete sich der Fokus auf einen neuen Aspekt: die „optimale Belastung“ (POLICE). Diese funktioniert auf der Basis von zellulären und neuronalen Mechanismen; durch die zugeführte Belastung des Gewebes werden physiologische Anpassungen maximiert. Eine optimale Belastung zu erreichen, ist allerdings sehr anspruchsvoll, da hierbei Merkmale wie Gewebetyp und spezifische Zielsetzungen eine wesentliche Rolle spielen.

Wissenschaftliche Untersuchungen konnten bereits Hinweise einer maximalen Anpassungsfähigkeit hinsichtlich der mechanischen Belastung aufzeigen. Dies geschieht sowohl in der Förderung struktureller als auch neuromuskulärer Anpassung. Eine optimale Belastung entsteht durch die Ausrichtung auf das Zielgewebe sowie die Mischung aus Kompressions-, Scher- und Zugkräften. Neben der variablen Gestaltung von Dauer, Intensität, Richtung und Ausprägung sollte eine optimale Belastung funktionell und individuell zugeschnitten sein.

Glasgow et al. schlussfolgern, dass die Methode POLICE grundsätzlich der Methode PRICE vorzuziehen ist. Allerdings sollte bei einer optimalen Belastung die Wechselwirkung zwischen Muskeln, Nerven und Skelett nicht unberücksichtigt bleiben. Die optimale mechanische und neuronale Anregung verhindert eine schlechte qualitative Ausrichtung, starre Bewegungen sowie übermäßige Belastungen.

Weiterführende Literatur: Glasgow P, Phillips N., Bleaklley C. 2015. Optimal loading: key variables and mechanisms. British Journal of Sports Medicine 49, S. 278f.

Verletzungsmechanismen der vorderen Kreuzbänder bei Profi-Fußballspielern

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[mc] Die Verletzung des vorderen Kreuzbandes kann dazu führen, dass professionelle Sportler lange Auszeiten in Kauf nehmen müssen. Sie stellt grundsätzlich eine massive Bedrohung der sportlichen Karriere dar. Somit stellt die Thematik des vorderen Kreuzbandes insbesondere im Fußball ein Schwerpunktbereich dar, in dem zunehmend die Erkenntnisse aus sportmedizinischer und sportphysiologischer Forschung einfließen. So untersuchten die Autoren um Waldén (2015) die Verletzungsmechanismen der vorderen Kreuzbänder anhand einer systematischen Videoanalyse. Hierzu wurden 39 Videos untersucht, in denen sich Profifußballer diese Verletzungen zuzogen. 27 Aufnahmen stammten aus der UEFA Elite Club Injury Study (2003-2011) 5 von der Profi-Liga in Schweden (2002-2008) und 7 von der Profi-Liga in Norwegen (2006-2011). Insgesamt überprüften fünf unabhängige Analysten alle Videos. Die Ergebnisse brachten hervor, dass 25 Verletzungen nicht aus Berührungen, acht aus einem indirekten Kontakt und sechs aus einem direkten Kontakt resultierten. 20 Verletzungen entstanden am rechten und 19 am linken Knie. Bei einem Großteil der Verletzungen (n=30) war der Spieler an einem defensiven Spiel beteiligt. Desweiteren hatten 20 Spieler keinen Ballbesitz zum Zeitpunkt der Verletzung.

Eine große Stärke der Studie bestand darin, dass eine homogene Gruppe von professionellen männlichen Fußballspielern untersucht werden konnte. Überdies hinaus wurden alle Verletzungen des vorderen Kreuzbandes mit Hilfe einer MRT-Untersuchung oder einer Operation überprüft. Andererseits jedoch liegen die Schwächen dieser Untersuchung in der Qualität und Auflösung der Videos sowie in der Anzahl der Kamera-Ansichten. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass diese Art der Verletzungen reduziert werden könnten, wenn künftig der Fokus viel stärker auf ein spezielles Training der Beinarbeit und Lauftechnik bei Richtungsänderungen in defensiven Spielaktionen gelegt werden würde. Ebenfalls ist die Notwendigkeit gegeben, das Gleichgewicht beim Schießen und Passen zu trainieren, Landetechniken einzuüben und den Aspekt des „Fairplay“ zu beachten. Ich, Marco Congia, habe u. a. während spezieller Aufenthalte bei Mark Verstegen in den USA viel zu passenden Übungen lernen können und vermittle schon heute Sportlern, nach einer individuellen Beurteilung der körperlichen Voraussetzungen, die passenden Übungen.

Waldén, M.,Krosshaug, T., Bjørneboe, J., Andersen, T.E., Faul, O., Hägglund, M. 2015: Three distinct mechanisms predominate in noncontact anterior cruciate ligament injuries in male professional football players: a systematic video analysis of 39 cases, Br J Sports Med 2015;0:1-10.

Arbeitsbelastung und Verletzungsrisiko bei Elite-Jugendfußballspielern

Fußball hat sich heutzutage zu einem intensiven und wettbewerbsfähigen Spiel entwickelt, welches durch hohe physischen und technischen Anforderungen gekennzeichnet ist. Damit die Sportler ihre körperlichen Grenzen nicht überschreiten und Verletzungen verhindert werden, besteht das Erfordernis, ein angemessenes Gleichgewicht zwischen Training, Wettkampf und Erholung zu erreichen. Allerdings kann dieses Gleichgewicht nicht immer erzielt werden, sodass die Verletzungsrate im Fußball deutlich höher als in anderen Bereichen ausfällt. In Elite-Kader stellt daher die Überwachung von jugendlichen Fußballspielern eine wichtige Methode dar, um eine optimale Ausbildung sicherzustellen. Somit kann eine Trainingsanpassung dazu führen, dass die Verletzungen sowie das Verletzungsrisiko reduziert werden können. Jedoch steckt die Forschung der Beziehungen zwischen den Trainingsbelastungen und dem Verletzungsrisiko nach wie vor in den Kinderschuhen.
In einer wissenschaftlichen Studie wurde daher untersucht, welche Beziehung zwischen körperlicher Arbeitsbelastung und Verletzungsrisiko bei Elite-Jugendfußballspieler besteht. Im Rahmen dieser Studie wurden 32 Spieler im Laufe von zwei Saisons überwacht hinsichtlich Arbeitsbelastung und Verletzungsinzidenz beobachtet. Dabei wurden jedoch die Torhüter aufgrund der unterschiedlichen Art ihrer Aktivität ausgeschlossen. Darüber hinaus wurden die gesammelten Daten zur Arbeitsbelastung mit GPS quantifiziert. Die Untersuchung konnte zeigen, dass die physische Arbeitsbelastung mit einem höheren Verletzungsrisiko in Verbindung gebracht werden kann, insbesondere dann, wenn der Spieler über einen Zeitraum von drei Wochen sehr häufig beschleunigt hat. Die Autoren der Studie stellten gleichwohl auch heraus, dass ein progressiver Anstieg der Arbeitsbelastung dazu führen kann, dass die Spieler eine körperliche Toleranz gegenüber den höheren Belastungen und somit eine Widerstandsfähigkeit gegen das Verletzungsrisiko entwickeln können.
Diese Ergebnisse liefern erste Leitlinien zur Implementierung eines optimalen Arbeitsbelastungs-Verhältnisses zur Vermeidung von Traumata in der Elite-Jugend. Die Autorengruppe fordert, dass die Untersuchungsergebnisse in die klinische Praxis aufgenommen werden. Da es sich allerdings hierbei um eine erste Studie handelt, die diese Beziehungen überprüft, ist davon auszugehen, dass künftig weitere Forschungen von Nöten sind. Des Weiteren sollte diese Arbeit einen Anreiz liefern, die Thematik auf weitere Sportsegmente zu übertragen.
Literatur:
Bowen, L., Gross, A.S., Gimpel, MM., Li, F-X (2016): Accumulated workloads and the acute:chronic workload ratio relate to injury risk in elite youth football players. Br J Sports Med, S. 1-8.

Spannende Kurse in Bad Pyrmont

Easy- Flossing & Faszienmanipulation nach Sven Kruse

Erstmalig im Fortbildungsinstitut durch Dozent Marco Congia erfolgreich durchgeführte Kurse Mitte September kam Marco’s Buch: Die Schambeinentzündung – Eine Bestandsaufnahme aus unterschiedlichen Blickrichtungen heraus.

Kurz vor der Veröffentlichung war der Autor zu Besuch im Fortbildungsinstitut Bad Pyrmont für zwei Tagesfortbildungen.

Die beiden Kurse Easy-Flossing und Faszienmanipulation nach Sven Kruse wurden nachträglich erst im Frühjahr in die Kursplanung bei uns ins Fortbildungsprogramm aufgenommen. Am Samstag den 27.08.2016 und Sonntag den 28.08.2016 wurden, die beiden Tagesfortbildungen (8UE), mit reger Beteiligung durchgeführt.

Marco startete das Wochenende mit dem Thema: “ Flossing“. Und das haben die Teilnehmer des Easyflossing „am eigenen Leib“ erfahren und offenbar wurde nicht zu viel versprochen.

Die Stimmung war gut. Die Gruppe mit 18 Teilnehmern gut überschaubar, so dass Marco genügend Zeit aufbringen konnte auch tiefer gehende Fragen zu beantworten. Jeder Teilnehmer erhielt ein Easyflossingpaket (Paketpreis von 64,90 € im Kurspreis enthalten) mit den 4 Bandstärken und der Erklärung warum diese unterschiedlichen starken Bänder benutzt werden.

Weitere Bandbreiten (2,5 cm für den Hand-und Fußbereich und 7,5 cm längere Extremitäten) konnte außerdem ausprobieren werden.

Mit vielen Beispielen aus dem (sport-)therapeutischen Alltag konnte Marco geschickt die Handhabung und therapeutischen Nutzen erklären und die Kursteilnehmer konnten unter seiner Anleitung untereinander üben und fühlen, wie das Gefühl und welche Auswirkungen daraus folgen.

Am Ende des Tages war das Ziel des Kurses erreicht Zielsetzung der Therapie & Handhabung der Flossingbänder by Sanctband war allen Kursteilnehmern klar, so dass sie diese Therapieform mit in Ihr Therapie Portfolio aufnehmen können.

Am Sonntag waren direkt die Faszien im Focus des Kursthemas. Nach Besprechung der Arten der Faszien und deren Funktion, wurde die Befundung und die daraus resultierenden verschiedenen Behandlungstechniken mit und ohne Hilfe zusätzlicher Faszientools theoretisch und praktisch soweit besprochen, so dass keine Fragen mehr übrig blieben. Auch an diesem Tag, waren alle 18 Teilnehmer trotz des sonnigen Tages hochkonzentriert und am Ende des Tages um einige neue Erfahrungen reicher.

Quelle: Fortbildungszentrum Bad Pyrmont

Ganzheitliche Mobilisationstherapie

Ganzheitliche Mobilisationstherapie

Rund um Wesen und Funktion der Faszien hat sich in jüngster Zeit ein regelrechter Hype entwickelt. Völlig zu Recht widmet man sich der Mobilisierung der Faszien mit großer Aufmerksamkeit um zu erreichen, dass Einschränkungen der Beweglichkeit oder gar Schmerzen aufgrund von verklebten oder verhärteten Faszien beseitigt werden können. Dabei besteht die Gefahr, dass die Konzentration auf die Faszien den Blick verstellt auf die anderen Komponenten des Bewegungsapparates, die oft ebenfalls einer Therapie bedürfen.

Insbesondere die komplexen Wechselwirkungen zwischen Faszien, Muskeln und Gelenken werden in herkömmlichen therapeutischen Maßnahmen oft nicht hinreichend berücksichtigt. Der hier vorgestellte Ansatz betrachtet alle bewegungsrelevanten Subsysteme des Körpers und therapiert ihr Zusammenspiel als Gesamtsystem anstatt einzelne isolierte Teilaspekte anzusprechen.

Es gibt zwei Kernaussagen, in denen sich dieses Konzept von bisherigen Therapieansätzen unterscheidet:

1.

Bewegung wird aufgefasst als funktionierendes System von interagierenden Komponenten. Es gilt nicht nur die Funktion jeder einzelnen Komponente wieder herzustellen (bzw. zu erhalten), sondern auch deren Zusammenwirken.

2.

Die Bewegung beginnt dort, wo der Patient schmerzfrei erreichbar ist. Das heißt insbesondere und ganz praktisch, dass der Patient sich nicht erst in eine horizontale Lage auf dem Boden bringen muss, die zu erreichen und wieder zu verlassen für ihn möglicherweise schmerzhaft und mit zusätzlichem Verletzungsrisiko behaftet ist.

2.

Jeder lebendige Körper besteht aus fraktalen Strukturen, welche die Evolution über Millionen von Jahren optimiert hat. Nur so können die Aufgaben des Stoffwechsels und des Bewegungsapparates mit diesem hohen Maß an Effizienz auf relativ geringem Raum bewältigt werden.

So ist zum Beispiel der Blutkreislauf mit seinem System aus Venen und Arterien eine sehr ausgedehnte fraktale Struktur, mit der sichergestellt ist, dass in fast jedem Punkt des Körpers in geringem Abstand sowohl eine Arterie als auch eine Vene anzutreffen ist (Benoit Mandelbrot 1).

Eine in den menschlichen Kreislauf intravenös injizierte Substanz ist bereits nach etwa zwei Minuten im ganzen Körper gleichverteilt. Beides wäre bei 1 Mandelbrot, B.: Die fraktale Geometrie der Natur einem technischen Bioreaktor gleichen Volumens nur mit sehr hohem Aufwand zu erreichen.

Die fraktalen Systeme unseres Körpers sind die Voraussetzung für die außergewöhnlichen Leistungen des Stoffwechsels, der alle unsere Vitalfunktionen erst ermöglicht. Die Wiederherstellung bzw. die Erhaltung der vollen Leistungsfähigkeit der fraktalen Strukturen unseres Körpers sind der zentrale Schlüssel für dauerhaftes Wohlbefinden und daher oberste Maxime für therapeutische Maßnahmen.

1 Mandelbrot, B.: Die fraktale Geometrie der Natur

Quelle: Michael Keles

 

Die Schambeinentzündung

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  • Die Schambeinentzündung –
    Eine Bestandsaufnahme aus unterschiedlichen Blickrichtungenvon Marco Congia und K-Active Europe GmbH
    Die Schambeinentzündung, in Fachkreisen auch Osteitis pubis genannt, macht sich meist durch einen akuten oder chronischen Schmerz im Bereich der Schambeine sowie der Schambeinfuge bemerkbar.
    Meist sind es aktive Sportler und innerhalb dieser Gruppe vornehmlich Athleten aus dynamischen Sportarten. Statt sportlicher Höchstleistungen wird dann schon jedes Treppensteigen zur Qual und ein Spaziergang zur Tortur. Wie eine Epidemie ist die Schambeinentzündung in den letzten Jahren über unsere Sporthelden hereingebrochen. Dabei erwischt es Männer fünf Mal öfter als Frauen. Und mittlerweile weiß jedes Profi-Fußballteam von mindestens einem in jüngerer Zeit betroffenen Spieler zu berichten; mit entsprechend langen Ausfallzeiten. Prominente Beispiele sind unter anderem Mario Götze oder aktuell Marco Reus, der sogar die Europameisterschaft in Frankreich wegen dieser Verletzung absagen musste.
    Marco Congia hat viele Fachleute um sich versammelt, um eine Bestandsaufnahme aus unterschiedlichen Blickrichtungen zu diesem Beschwerdebild zu erstellen. Aktuell gibt es noch keinen Goldstandart, aber dieses Buch soll helfen, dem interessierten Leser neue Ideen aus unterschiedlichen medizinischen Bereichen und Therapien sowie aus dem anschließenden Aufbautraining an die Hand zu geben, um dadurch neue Ansätze zur Therapie / Training für Sportler und Patienten zu finden.
    Deshalb ist das Buch für das medizinische Personal und Trainer, aber auch für Betroffene empfehlenswert und ein guter Ratgeber für dieses spezielle Krankheitsbild. Co-Autoren:
    Angelika Strunk (Kapitel „Embryologie“)
    Dr. med. Thomas Eberlein (Kapitel „Entzündung und Wundheilung“) Raimond Igel (Kapitel „Schambeinentzündung aus der Sicht des FDM“) Andreas Ahlhorn (Kapitel „Medical Flossing“)
    Siegfried Breitenbach (Kapitel “K-Active Taping”)
    Christian Tambach (Kapitel „Athletik und Selfmanagement“)

Dr. Werner Krutsch (Kapitel „Amateurfußballspieler“ Sabrina Schreyer (Fallbeispiel)
Thomas Stubner (Fallbeispiel)
Daniel Knebel (Fallbeispiel)

Tapen 2.0 oder was steckt hinter dem neuen Dynamic Tape?

Bei der Olympiade 2012 in London wurden sie erstmals einer breiten Öffentlichkeit bekannt – Tapes, die wie Tattoos wirken. Doch was dahinter steckt, ist weit mehr als ein Kosmetikum. Sportphysiotherapeut Marco Congia wendet das neue „Dynamic Tape“ mit Erfolg in seiner Praxis an. Erfahren Sie, wodurch sich die neue Taping-Methode auszeichnet und welche Einsatzmöglichkeiten sich im Profisport bieten.

Dynamic Tape schließt eine Therapie-Lücke

Die Wirkung von starren Sport-Tapes, wie viele andere Sportphysiotherapeuten bisher verwendeten, beruht primär auf neurophysiologischen Mechanismen: Die Haut wird durch das Tape angehoben, die Mikrozirkulation im Gewebe wird gefördert, der Druck auf schmerzempfindliche Strukturen vermindert sich. Darüber hinaus können starre Tapes den Bewegungsradius passiv einschränken und auf diese Weise etwa Fehlhaltungen korrigieren. Die Kehrseite: Komplexe Bewegungsabläufe wie ein Ballwurf können in der Folge nicht mehr ungehindert ausgeführt werden. Aus diesem Grund gerät die konventionelle Taping-Technik im Profisport an ihre Grenzen – zumindest, wenn der verletzte oder durch Schmerzen beeinträchtigte Sportler weiterhin im Einsatz bleiben soll.

Aus Sicht vieler Sportphysiotherapeuten schließt das neuartige Dynamic Tape eine Lücke: Von den bisher am Markt vertretenen Tapes unterscheidet es sich in erster Linie durch seine hoch elastischen Eigenschaften – es ist bis zu 200 Prozent dehnbar. Anders als etwas das Kinesio-Tape besitzt es keinen starren Endpunkt. Das Band ist in alle vier Richtungen elastisch, so dass für den Sportler der volle Aktionsradius selbst bei Extrembewegungen erhalten bleibt. Marco Congia empfiehlt das Dynamic Tape daher zur Prävention und Haltungskorrektur sowie zur Therapie von Muskel- und Sehnenverletzungen im Profisport.

Chronische Überbeanspruchung im Profisport weit verbreitet

Wie kann ein äußerlich am Körper angebrachtes Tape Verletzungen vorbeugen oder die Heilung unterstützen? Dazu muss man sich zunächst vor Augen führen, aus welchen Gründen es im Profisport zu Muskel- und Sehnenverletzungen kommt. Ausschlaggebend ist in der Regel eine zu hohe Beanspruchung von Gewebestrukturen. Dabei kann es sich um eine einmalige Krafteinwirkung handeln, häufig ist jedoch die kumulative Wirkung einer länger anhaltenden intensiven Beanspruchung die Ursache von Verletzungen.

Ein zusätzlicher Risikofaktor ist nach Beobachtungen von Sportphysiotherapeut Marco Congia eine suboptimale Technik, welche die biomechanische Belastung von Gelenken und Weichteilen nochmals verstärkt und damit das Verletzungsrisiko erhöht. So erfordern etwa Ballsportarten wie Baseball, Volleyball, Handball oder Tennis die Ausführung komplexer Bewegungsabläufe – angefangen von der Beinarbeit über die Rotation des Oberkörpers bis hin zur Wurfbewegung selbst. Jede Dysbalance im Bewegungsablauf erhöht die Kräfte, die auf Muskeln, Sehnen oder Gelenke einwirken, und führt früher oder später zu Problemen an anatomischen Schwachpunkten wie Ellbogen, Schulter, Knie oder Sprunggelenk.

Belastungen im Grenzbereich stehen im Profisport an der Tagesordnung. Hohe Trainingsintensitäten und geringe Regenerationszeiten führen im Laufe einer Saison, aber auch im Laufe der Karriere eines Profisportlers regelmäßig zu Überlastungsreaktionen und chronischen Schmerzen. Eine Folge dieser andauernden Überlastung sind auch Defizite in der Propriozeption und Körperwahrnehmung. Dadurch erhöht sich das Verletzungsrisiko nochmals.

Die Wirkung des Dynamic Tape

Das neue Dynamic Tape kann dazu beitragen, eine übermäßige Beanspruchung von Gelenken und Weichteilen zu reduzieren, wie sie im Profisport weit verbreitet ist. Erreicht wird dies nicht primär durch neurophysiologische, sondern durch biomechanische Wirkungen entlang der kinetischen Kette.

Vereinfacht ausgedrückt, entfaltet das hoch elastische Dynamic Tape am Körper des Athleten eine ähnliche Wirkung wie ein Gummiband zwischen zwei Hebelarmen. Diesen direkten „Gummiband-Effekt“ erzielt , indem er das Dynamic Tape in einer verkürzten Gelenks- oder Muskelhaltung und damit unter Spannung am Körper positioniert. Wird der entsprechende Körperteil gestreckt, so dehnt sich das Dynamic Tape und übt dabei zugleich einen Widerstand aus. Durch die daraus resultierende Verzögerung werden die Belastungsspitzen reduziert, die bei Bewegungen wie Würfen oder Sprüngen auf Bänder, Muskeln und Gelenkkapseln einwirken.

Zugleich wird die zum Strecken des Dynamic Tape benötigte Energie als elastisches Energiepotential bewahrt. Sobald sich das Tape wieder verkürzt, wandelt sich dieses elastische Energiepotential in kinetische Energie um – die Kontraktion des Muskels oder der Sehne wird auf diese Weise durch das Dynamic Tape äußerlich unterstützt und erleichtert. Technisch saubere Bewegungsabläufe werden so gefördert und die Ermüdung von Muskeln und Bändern hintan gehalten. Darüber hinaus bewirkt das  Tape eine andauernde sensorische Stimulation, wodurch sich die Propriozeption und Körperwahrnehmung verbessert und sich das Verletzungsrisiko weiter reduziert.

Somit entsteht eine effiziente biomechanische Unterstützung von komplexen Bewegungsabläufen sowie eine Stabilisierung von Körperstellungen oder Haltungspositionen. Überbeanspruchungen werden durch den Widerstand des Dynamic Tape unmittelbar reduziert, ohne dass der Athlet dazu gezwungen ist, seine Technik umzustellen.

Neben dieser direkten Reduktion von Überbeanspruchungen durch den „Gummiband-Effekt“ bestehen auch indirekte Möglichkeiten der Verletzungsprophylaxe. Es kann auch etwa dazu eingesetzt, fehlerhafte oder suboptimale Bewegungsabläufe sanft zu korrigieren.unterstützt Therapie von Sportverletzungen

Einer raschen Rehabilitation nach Sportverletzungen kommt im Profisport hohe Bedeutung zu. Therapeutisch setzt man die neuartige Tape-Technik nicht nur zur Prävention, sondern auch zur Therapie von Verletzungen – wie etwa Schleimbeutelentzündungen oder Sehnenscheidenentzündungen – ein. Durch eine effiziente und gezielte Unterstützung von Körperstellungen oder Bewegungsabläufen wird das Gewebe entlastet und die motorische Kontrolle über die verletzte Extremität erleichtert. Auf diese Weise wird Schmerz reduziert und die Muskelfunktion verbessert.

Maßgeschneiderte Therapie und Prävention mit dem Dynamic Tape

Die Taping-Techniken, die  in der Praxis angewendet werden, beruhen auf einer umfassenden Beurteilung jedes Einzelfalls sowie auf fundierten klinischen Erfahrungen. Dazu ist es unter anderem erforderlich, suboptimale oder abweichende Bewegungsmuster des Sportlers zu identifizieren sowie die Art und den Schweregrad pathologischer Veränderungen zu berücksichtigen. Sobald ein klares Ziel der Behandlung definiert wurde, kann eine maßgeschneiderte Taping-Therapie entwickelt werden. Für den Effekt des Dynamic Tape sind multiple Faktoren wie Rotationsachsen und Zugkräfte sowie die exakte Positionierung entscheidend. Der Erfolg der Behandlung wird werden regelmäßig evaluiert.

Bei Bedarf wird  ein mehrfach geschichtetes Dynamic Tape eingesetzt ,das auch unter der Bezeichnung PowerBandTM bekannt ist. Diese Tape-Variante setzt Bewegungen einen verstärkten Widerstand entgegen und baut folglich auch ein höheres elastisches Energiepotential auf.

Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten im Profisport

Das Tape ergänzt und erweitert die bisherigen Therapieoptionen bei Überbeanspruchungen und überlastungsbedingten Verletzungen im Profisport. Der Anwendungsbereich ist breit und erstreckt sich nicht nur auf die Extremitäten, sondern auch auf den Rumpf.

Eine klinisch belegte Anwendungsmöglichkeit betrifft etwa Achillessehnenverletzungen – ein im Profisport und verbreitetes Problem. Eine Tendopathie der Achillessehne geht üblicherweise mit degenerativen Veränderungen, Mikroläsionen und lokalen Schwellungen einher – typisch sind Schmerzen im hinteren Sprunggelenksbereich. Die Belastung von Wade, Achillessehne und Bindegewebe kann durch eine direkte Taping-Technik mithilfe des PowerBandTM deutlich reduziert werden. Dazu wird das Dynamic Tape unter Spannung bei gebeugtem Sprunggelenk und Knie angelegt. Sobald sich Fuß und Knöchel in Dorsalflexion befinden, dehnt sich das Tape und reduziert durch seinen Widerstand die Beanspruchung von Wade und Achillessehne. Ein transversal am Fuß angebrachter Tape-Streifen hebt zugleich das Kahnbein an.

Die Wirkung dieser Taping-Technik beruht offenbar sowohl auf direkten als auch auf indirekten biomechanischen Wirkungen. Einerseits übernimmt das Dynamic Tape durch die Verzögerung der Dorsalflexion sowie die Unterstützung der Plantarflexion faktisch die Funktion von Wade und Achillessehne. Andererseits trägt das Tape auch indirekt zur Entlastung des Fußes bei. Durch die Zugwirkung wird der Fuß verkürzt, das Fußgewölbe erhöht sich und die Absenkung des Kahnbeins wird reduziert. Beim Auswärtsdrehen des Fußes wird damit eine stabile Hebelwirkung gewährleistet.

Degenerative Veränderungen sind häufig mit einer Überdehnung und übermäßigen Nachgiebigkeit der Achillessehne assoziiert. Das Dynamic Tape kann die Funktion der Sehne äußerlich übernehmen und so eine bessere Kraftübertragung gewährleisten. Darüber hinaus wird durch die unmittelbare Entlastung des Fußes eine weitere Überdehnung der Achillessehne verhindert.

Es erweitert durch seine einzigartigen Eigenschaften somit die Präventions-, Therapie- und Rehabilitationsmöglichkeiten im Profisport. Sportphysiotherapeuten wenden die Technik mit Erfolg als Bestandteil eines umfassenden Behandlungsplans an. Im Unterschied zu den bisher bekannten Tape-Techniken beruht die Wirkung nicht primär auf neurophysiologischen, sondern auf biomechanischen Grundlagen. Vielversprechend ist der Einsatz überall dort, wo die kumulative Wirkung einer andauernden Überbeanspruchung von Beginn an reduziert werden soll. Aber auch die Therapie von Sportverletzungen und die anschließende Rehabilitationsphase könnte durch das Dynamic Tape künftig effizienter gestaltet werden.
Quelle 1 Dynamic_Tape_and_pitching_1_.pdf
Quelle2 Dynamic_Tape_athletic_aid_for_injury_management.pdf
Quelle3 Dynamic_Tape_to_plantar_flex_right_1st_ray.pdf
Quelle4 Dynamic_Taping_for_arch_support.pdf
Quelle5 Inside_Pitch_1_2.pdf
Quelle6 Sports_Product_Review_April_2014.pdf
Quelle7 Physiopress_Dynamic_Tape.pdf
Quelle8 NATA_Mailout.pdf

Die Bedeutung von Krafttraining im Fussball

Fussball ist der populärste Sport der Welt und ist deutscher Nationalsport. Fussball ist ein Teamsportart auf einem grossen Feld, vielen Mitspielern und geringerem Körperkontakt. Interessanterweise ist jedoch trotz dieser Faktoren das Verletzungsrisiko höher als in den meisten anderen Sportarten. Die Größe der Kader der Profiteams ist aus diesem Grund ebenfalls in den letzten 30 Jahren stärker angestiegen als in jedem anderen Sport.

Dieses hohe Verletzungsrisiko sorgt auch dafür das viele Teams monatelang auf Leistungsträger verzichten müssen, Karrieren beendet werden und viele Talente, den Sprung zu den Profis nicht schaffen.

Was ist der Grund dafür?

Es gibt sicherlich mehrere Faktoren, die eine Rolle spielen, ausser mein Sicht ist der Hauptgrund jedoch, dass

Krafttraining im Fussball noch 40 Jahre zurück liegt…

Die Thesen:

– Die derzeitigen Trainingsmethoden im Profifußball sind veraltet. Und damit Geldverschwendung. Es werden z.B. immer noch Laktat-Tests durchgeführt. Laktat ist ein Nebenprodukt bei Maximal-Belastungen zwischen 20s und 70s. Ein Bereich in dem sich ein Fussballspieler bei einer durchschnittlichen Sprintdistanz von 17,3m nie befindet.

– Knie- und Leistenverletzungen lassen sich durch intelligentes Krafttraining effizient vermeiden. Aus mechanischer Sicht geht es bei Sportarten primär darum Kräfte effizient zu absorbieren und wieder abzugeben. Je mehr und schneller Kräfte absorbiert werden können, desto höher die Agilität, Sprungkraft und Sprintschnelligkeit – und desto geringer die Abnutzung und Verletzungsanfälligkeit. Muskulatur ist Motor und Bremssystem in einem. Ein Porsche Carrera GT ist mit einem 612PS Motor und der passenden Keramikverbundbremsanlage ausgestattet um die von ihm erwartete Fahr-Leistung zu bringen – und nicht mit 2PS und einer Klotzbremse wie bei einer Kutsche.

– Krafttraining steigert den Marktwert des Spielers. Studien aus der UK Premier League zeigen, dass das Gehalt einen Spielers und damit sein Marktwert direkt proportional zu seiner 0-5m Sprintzeit ist – je schneller die Zeit, desto höher der Marktwert. Es ist der berühmte Schritt schneller. Die 0-5m Sprintzeit steht direkt im Verhältnis mit der Maximalkraft des Spielers, insbesondere der hinteren Kette (Erector Spinae, Glutaeus, Beinbizeps, Waden). Das bedeutet, je höher die Kniebeugenleistung, desto schneller über 0-5m, desto höher der Marktwert.

Meiner Meinung nach wird das erste Team, das den Wert von intelligentem Krafttraining erkennt, den Sport über Jahre hinweg körperlich dominieren

Worin liegen die Defizite des europäischen Fußballs?

Ich verfolge den europäischen Fußball seit meiner Kindheit, habe selbst bis zur B-Jugend gespielt und in den letzten 5 Jahren über ein Dutzend Profi-Fussballer aus 6 europäischen Profi-Ligen trainiert.. Dabei fiel mir die geringe körperliche Leistungsfähigkeit auf. Pointiert ausgedrückt: Fußballer sind schwach. Ihnen fehlt es an Kraft und an Muskelmasse. Ihr Körper ist nicht optimal auf die Belastungen des Spiels vorbereitet. Aber gerade das minimiert das Verletzungsrisiko – und außerdem verschafft es einen nicht zu unterschätzenden Vorteil im Zweikampf.Was bedeutet dies für das Training im Fußball?Anders als viele glauben, ist Fußball keine aerobe Sportart. Während eines 90-minütigen Spiels legt ein durchschnittlicher Fußballer zehn Kilometer mit einer durchschnittlichen Intensität von 80% der maximalen Herzfrequenz zurück. Dabei liegt der Energiebedarf im anaeroben und nicht im aeroben Bereich. Während Angriff und Verteidigung wird nur kurz gesprintet, anschließend regeneriert der Spieler durch Gehen oder lockeres Joggen. Ausdauer ist nicht der limitierende Faktor eines Fußballers, sondern die Fähigkeit Sprints über kurze Distanzen mit minimaler Ermüdung, zu wiederholen. Im Gegenteil übermäßiges Training in dieser Richtung limitiert die Regeneration und Leistungsfähigkeit des Spielers.

Wo liegt das Potential des europäischen Fußballs?

Der europäische Fußball steht dort, wo sich die NHL (Nordamerikanische Eishockey Profi-Liga) in den Siebzigern befand. Damals hatte Krafttraining einen geringen Stellenwert. Die Edmonton Oilers hatten als erstes Team den Wert des intelligenten Krafttrainings erkannt – und über Jahre hinweg alles gewonnen. Eine ähnliche Entwicklung erwarte ich im Fußball.

Welchen Nutzen bringt intelligentes Krafttraining einem Fußball-Team?

Die Hauptaufgabe von intelligentem Krafttraining ist es, die Verletzungsanfälligkeit zu senken. Der Kader eines Fußballteams verschlingt pro Jahr Millionen von Euro an Gehältern. Jeder verletzungsbedingte Ausfall eines Spielers ist eine unnötige Verschwendung von Finanzen. Warum 24 Ferraris kaufen, wenn im Schnitt 5 davon das ganze Jahr nur kaputt in der Garage stehen?

Wo liegen die körperlichen Defizite des Fußballspielers?

Die drei häufigsten Verletzungen im Fußball betreffen Adduktoren, Knie sowie Knöchel und beenden Karrieren. Außerdem kosten sie die Teams jedes Jahr unzählige Millionen Euro. Drei Punkte spielen bei all diesen Verletzungen eine Rolle: die Instabilität des Kniegelenks, ein zu schwacher Beinbizeps und mangelnde Flexibilität/Mobilität. Alle diese Ursachen lassen sich einfach durch intelligentes Krafttraining beheben.

Was kann man hier konkret verbessern?

Intelligentes Krafttraining ist die effizienteste Lösung um körperliche Leistungsfähigkeit zu maximieren und zu erhalten. Verletzungsbedingte Ausfälle lassen sich um mindestens 40% verringern und die Spieler werden generell leistungsfähiger. Dass sie dabei ihren Marktwert steigern, dürfte aus ihrer Sicht ein Anreiz sein.

In den letzten Jahren hat sich tatsächlich einiges geändert. Jedoch werden meist veraltete und ineffektive Methoden verwendet. Agilitätsleitern und Hütchendrills verbessern weder Speed noch Agilität; sie sind reine Zeit- und Geldverschwendung. Der durchschnittliche Fussball-Spieler hat die Statur eines 16-Jährigen. Nicht einmal den Kraft- und Athletiktrainern der Teams sieht man an, dass sie trainieren – es sind Physiotherapeuten, die sich als Trainer maskieren – es sind Veganer, die sich als Metzger ausgeben.

Progressives, strukturiertes Krafttraining ist der nächste Schritt, um die Spieler und den Fussball auf das nächste Level zu heben.

Wo liegt weiteres Potential?

Im Hormonhaushalt. Zum einen beeinträchtigt ein erhöhter Level am Stresshormon Cortisol die Regeneration und die Schlafqualität, es ist üblich das Spieler nach einem Spiel am Abend bis in die frühen Morgenstunden wach liegen – spezifische Supplements, Optimierung der Ernährung und des Lifestyles – wie z.B. jeden Tag mit einem Glas Wasser mit Himalajasalz und Limettensaft zu beginnen – können dieses Problem schnell beheben. Zum anderen haben Fußballerspieler einen auffällig niedrigen Spiegel an männlichem Geschlechtshormonen, Testosteron. Auch das lässt sich ebenfalls durch Lifestyle-Optimierung, Ernährung und Supplements schnell und nachhaltig verbessern lässt.

Fussball entwickelt sich konstant weiter – nicht nur zuletzt durch Pep Guardiola. Progressives, strukturiertes Krafttraining ist der nächste Schritt, um die Spieler und den Fussball auf das nächste Level zu heben….

Quelle:

http://ypsi.de/krafttraining-liegt-im-fussball-noch-40-jahre-zurueck/