Rückengerechtes Körper-Training mit dem „iq premiumgym“

Hervorgehoben

Schlagwörter

, , ,

premiumgym_agr-zertifiziert

Für Menschen, denen normaler Sport Schmerzen und Probleme bereitet, gibt es nun ein neuartiges Trainingsgerät: Das PremiumGym besteht aus einem Grundboard aus massivem Holz und zwei Teleskopstangen mit je einer Holzkugel an ihren Enden. Das Board besitzt sechs halbkugelförmige Einbuchtungen, in welche die Stangen eingesetzt werden können. Dies ermöglicht ein geführtes, gestütztes Ganzkörpertraining, bei dem Elemente der konservativen, klassischen Physiotherapie mit modernen Trainingsmethoden vereint werden. Aufgrund der positiven Wirkung für Körperhaltung, Wirbelsäule und Rückenmuskulatur erhielt das System jüngst das renommierte Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V.

Premiumgym macht sich die Schwerkraft zu Nutze: Die individuell einstellbaren Teleskopstäbe verlagern die Belastung vom Oberkörper in den Boden. Dadurch entsteht eine Funktionseinheit zwischen Körper und Gerät. Bereits kurze Einheiten können Verspannungen und Blockaden lösen.

Imitation natürlicher Bewegungsmuster

Durch das Trainingssystem lassen sich verschiedenste Bewegungsmuster, zum Beispiel Schwimm-, Ruder- und Kletterbewegungen, spielerisch imitieren. Das System fördert die natürlichen Bewegungsabläufe, trainiert verschiedene Muskelgruppen und aktiviert die myofaszialen Ketten (Verbindungen zwischen Muskeln und Faszien durch den ganzen Körper).

Der Clou an der Sache: Der Anwender muss kein Schwimmer sein, keine Höhenangst überwinden und minimiert die Verletzungsgefahr.

Vielseitigkeit und Mobilität

Neben allgemeinem Fitnesstraining eignet sich Premiumgym besonders für die Prävention, Rehabilitation und Therapie. Das System kommt bei der Erstmobilisation nach Operationen an Gelenken und Becken, bei der Einübung von Bewegungsabläufen sowie beim Bauch- und Rückentraining zum Einsatz.

Dadurch, dass sich der benötigte Kraftaufwand individuell einstellen lässt, werden die Gelenke während des Trainings entlastet. Auch die Beweglichkeit von Gelenksystemen lässt sich so effektiv fördern. Spezielle Muskelgruppen lassen sich gezielt dehnen und kräftigen.

Das Premiumgym erlaubt eine hohe Mobilität beim Workout. Durch das kompakte Design und das im Vergleich zu ähnlichen Geräten geringe Gewicht lässt sich das Training überall durchführen. Die hohe Kompatibilität mit Zubehör wie Fitness-Gummibändern oder Gymnastikbällen sowie die individuellen, stufenlosen Einstellmöglichkeiten erlauben maximale Flexibilität im Training.

Den premiumgym setzten wir auch in unserer Praxis  für Reha, Rehasport, Therapie, Einzeltraining und Kurse ein

Weitere Informationen zum iq premiumgym erhalten Sie unter http://www.premiumgym.de

 

Starke Fersenschmerzen oder wie behandelt man eine Plantarfasziitis?

Hervorgehoben

Schlagwörter

, , , ,

Die Überbeanspruchung der Plantarfaszie – beispielsweise durch intensiven Laufsport (zumal bei Fußfehlstellungen) ­– kann zu einer schmerzhaften Entzündung führen, die in Fachkreisen als Plantarfasziitis bezeichnet wird. Bei der sogenannten Plantarfaszie handelt es sich um ein dickes bindegewebiges Band, das an der vorderen Seite des Fersenbeins ansetzt. Die Aufgabe dieser Faszie ist es, eine Spannung zwischen Vorfuß und Verse zu erzeugen und so die Stöße beim Laufen abzufedern.

Besteht eine ausgeprägte Fehlstellung des Fußes und wird der Fuß durch übermäßige Beanspruchung überlastet, so kann das zu Schädigungen der Plantarfaszie führen. Die Fehl- oder Überbelastungen führen dann häufig zu feinen Haarrissen und in der Folge zu Entzündungen, also zu Schädigungen und zu funktionalen Einschränkungen. Teilabrisse der Plantalfaszie und sogar Komplettabrisse sind ebenfalls möglich. Die überstrapazierte, partiell geschädigte Faszie, weist meist knotige Verhärtungen auf, die sich vom Therapeuten auch ertasten lassen.

Neben bestimmten Fußfehlstellungen können eine übermäßige Trainingssteigerung, falsche Laufschuhe, mit zu geringen Dämpfeigenschaften, der Wechsel des Laufuntergrundes, Übergewicht oder auch Alterserscheinungen diese schmerzhaften Veränderungen begünstigen. Bei rund der Hälfte der Patienten, die über eine Plantarfasziitis klagen, ließ sich zudem ein Fersensporn feststellen.

Stoßwellentherapie zur Regeneration

Zur Behandlung der chronischen Plantarfasziitis wird u. a. die Stoßwellentherapie eingesetzt, die als eine besonders schonende Behandlung bei Entzündungen und Verkalkungen gilt. Bei Stoßwellen handelt es sich um besonders energiereiche mechanisch-akustische Wellen, die auf feste Widerstände im Körpergewebe gezielt einwirken können. Innerhalb kurzer Behandlungseinheiten lassen sich Sehnenansatzentzündungen behandeln und Sporne (Verkalkungen) zertrümmern. Die Erfolgsraten liegen bei bis zu 70 Prozent. Zudem gilt die Therapie als wenig belastend, ja als meist unproblematisch. In wissenschaftlichen Studien konnten bei Einsatz der Stoßwellentherapie eine deutliche Schmerzreduktion bei den meisten Probanden nachgewiesen werden.

Kortikosteroid-Injektionen

Bei einer hartnäckigen Plantarfasziitis kann zudem eine örtliche Injektion Linderung der Schmerzen bewirken. Kortikosteroid-Injektionen zeigen oft kurzfristig gute Erfolge, allerdings lösen sie (wie auch die Stoßwellentherapie) nicht das Problem, das diesem Krankheitsbild zugrunde liegt, nämlich die falsche biomechanische Belastung der Plantarfaszie.

Behandlung durch Krafttraining

Die Behandlung der Plantarfasziitis ist zudem mit einfachen, konservativen Behandlungsmethoden möglich. Dazu gehören die tägliche Dehnung der Wadenmuskulatur und die Dehnung der Plantarfaszie. Außerdem kann, um eine exzessive Pronationsstellung (Einwärtsdrehung) zu erreichen, das Tragen von Einlagen, die das Fußgewölbe zu stützen helfen, sinnvoll sein. Nachts können angepasste Fußschienen den Fuß in einer neutralen Position fixieren und so die Plantarfaszie entlasten. Darüber hinaus belegt eine aktuelle Studie, die häufige Wirksamkeit gezielten Krafttrainings. Spezifische Stretching-Übungen sowie Kraft-Übungen für die Waden und die Fußmuskulatur können nachweislich helfen die Schmerzen deutlich zu lindern. In jedem Fall sollte man aber auch darauf achten den Körper nicht durch extreme Trainingssteigerung zu überlasten.

Übrigens: Als begeisterter Vielläufer berate ich Sie gerne! Ihr Marco Congia

Police statt Price – Progressive Gewebebelastung bei akuter Weichteilverletzung

Hervorgehoben

Schlagwörter

, , , , , , , ,

Beitrag von Marco Congia in der pt, Zeitschrift für Physiotherapeuten, 67. Jahrgang, Heft: 7_2015

Vorbemerkung:

PRICE (engl. protection, rest, ice, compression, elevation) bedeutet Schutz, Pause, Eis, Kompression und Hochlagerung.

POLICE (engl. to police = etwas überwachen, kontrollieren) steht für eine optimale Belastung.

Im British Journal of Sports Medicine erschien Anfang 2015 ein sehr interessanter Beitrag zur Therapie nach Verletzungen: Statt Ruhe und Entlastung soll das verletzte Gewebe adäquate Belastungsreize erfahren. Marco Congia stellt Ihnen die Inhalte des englischen Editorials vor.

In der sportmedizinischen Wissenschaft werden unterschiedliche Ansätze zur Rehabilitation diskutiert, wenn Sportler von einer Weichteilverletzung betroffen sind. Bisher ging die Forschung davon aus, dass bei einer akuten Sportverletzung das gängige Modell PRICE Anwendung finden sollte, das die Schlüsselvariablen Schutz, Pause, Eis, Kompression und Hochlagerung beinhaltet. Jedoch wurde dessen Relevanz in der Behandlung jüngst infrage gestellt, denn es wird vermutet, dass Entlastung keinen zusätzlichen Schutz für das Gewebe bringt.

In diesem Zusammenhang richtete sich der Fokus auf einen neuen Aspekt: die „optimale Belastung“ (POLICE). Diese funktioniert auf der Basis von zellulären und neuronalen Mechanismen; durch die zugeführte Belastung des Gewebes werden physiologische Anpassungen maximiert. Eine optimale Belastung zu erreichen, ist allerdings sehr anspruchsvoll, da hierbei Merkmale wie Gewebetyp und spezifische Zielsetzungen eine wesentliche Rolle spielen.

Wissenschaftliche Untersuchungen konnten bereits Hinweise einer maximalen Anpassungsfähigkeit hinsichtlich der mechanischen Belastung aufzeigen. Dies geschieht sowohl in der Förderung struktureller als auch neuromuskulärer Anpassung. Eine optimale Belastung entsteht durch die Ausrichtung auf das Zielgewebe sowie die Mischung aus Kompressions-, Scher- und Zugkräften. Neben der variablen Gestaltung von Dauer, Intensität, Richtung und Ausprägung sollte eine optimale Belastung funktionell und individuell zugeschnitten sein.

Glasgow et al. schlussfolgern, dass die Methode POLICE grundsätzlich der Methode PRICE vorzuziehen ist. Allerdings sollte bei einer optimalen Belastung die Wechselwirkung zwischen Muskeln, Nerven und Skelett nicht unberücksichtigt bleiben. Die optimale mechanische und neuronale Anregung verhindert eine schlechte qualitative Ausrichtung, starre Bewegungen sowie übermäßige Belastungen.

Weiterführende Literatur: Glasgow P, Phillips N., Bleaklley C. 2015. Optimal loading: key variables and mechanisms. British Journal of Sports Medicine 49, S. 278f.

Verletzungsmechanismen der vorderen Kreuzbänder bei Profi-Fußballspielern

Hervorgehoben

Schlagwörter

, , , , , , , , ,

[mc] Die Verletzung des vorderen Kreuzbandes kann dazu führen, dass professionelle Sportler lange Auszeiten in Kauf nehmen müssen. Sie stellt grundsätzlich eine massive Bedrohung der sportlichen Karriere dar. Somit stellt die Thematik des vorderen Kreuzbandes insbesondere im Fußball ein Schwerpunktbereich dar, in dem zunehmend die Erkenntnisse aus sportmedizinischer und sportphysiologischer Forschung einfließen. So untersuchten die Autoren um Waldén (2015) die Verletzungsmechanismen der vorderen Kreuzbänder anhand einer systematischen Videoanalyse. Hierzu wurden 39 Videos untersucht, in denen sich Profifußballer diese Verletzungen zuzogen. 27 Aufnahmen stammten aus der UEFA Elite Club Injury Study (2003-2011) 5 von der Profi-Liga in Schweden (2002-2008) und 7 von der Profi-Liga in Norwegen (2006-2011). Insgesamt überprüften fünf unabhängige Analysten alle Videos. Die Ergebnisse brachten hervor, dass 25 Verletzungen nicht aus Berührungen, acht aus einem indirekten Kontakt und sechs aus einem direkten Kontakt resultierten. 20 Verletzungen entstanden am rechten und 19 am linken Knie. Bei einem Großteil der Verletzungen (n=30) war der Spieler an einem defensiven Spiel beteiligt. Desweiteren hatten 20 Spieler keinen Ballbesitz zum Zeitpunkt der Verletzung.

Eine große Stärke der Studie bestand darin, dass eine homogene Gruppe von professionellen männlichen Fußballspielern untersucht werden konnte. Überdies hinaus wurden alle Verletzungen des vorderen Kreuzbandes mit Hilfe einer MRT-Untersuchung oder einer Operation überprüft. Andererseits jedoch liegen die Schwächen dieser Untersuchung in der Qualität und Auflösung der Videos sowie in der Anzahl der Kamera-Ansichten. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass diese Art der Verletzungen reduziert werden könnten, wenn künftig der Fokus viel stärker auf ein spezielles Training der Beinarbeit und Lauftechnik bei Richtungsänderungen in defensiven Spielaktionen gelegt werden würde. Ebenfalls ist die Notwendigkeit gegeben, das Gleichgewicht beim Schießen und Passen zu trainieren, Landetechniken einzuüben und den Aspekt des „Fairplay“ zu beachten. Ich, Marco Congia, habe u. a. während spezieller Aufenthalte bei Mark Verstegen in den USA viel zu passenden Übungen lernen können und vermittle schon heute Sportlern, nach einer individuellen Beurteilung der körperlichen Voraussetzungen, die passenden Übungen.

Waldén, M.,Krosshaug, T., Bjørneboe, J., Andersen, T.E., Faul, O., Hägglund, M. 2015: Three distinct mechanisms predominate in noncontact anterior cruciate ligament injuries in male professional football players: a systematic video analysis of 39 cases, Br J Sports Med 2015;0:1-10.

Arbeiten am Limit

»Arbeiten am Limit«

img_5253

Sa., 26.11.2016
Bad Driburg(WB). Marco Congia tauscht den deutschen Winter gegen den südamerikanischen Sommer – und wird im Januar in Paraguay, Bolivien und Argentinien nicht nur wegen der dortigen Temperaturen ins Schwitzen kommen. Der Holzhausener ist einer von zwei Physiotherapeuten des X-Raid-Teams der Rallye Dakar.

»Ich freue mich sehr auf die Herausforderung. Das wird ein echtes Abenteuer in Extremsituationen«, blickt Congia, der in Bad Driburg die »Physiotherapie am Kurpark« betreibt, voraus.

Das deutsche X-Raid-Team, das 2002 von Sven Quant als Privatteam gegründet wurde, hat von 2012 bis 2015 viermal in Folge die Rallye Dakar gewonnen und schickt diesmal acht Teams an den Start. Zusammen mit einer Kollegin aus Frankfurt ist Marco Congia für die Versorgung der Fahrer zuständig.

img_5252

Marco Congia zeigt die Streckenführung der Rallye.
Marco Congia zeigt die Streckenführung der Rallye. Foto: Sylvia Rasche

Zweimal war er mit dem X-Raid-Team schon unterwegs. Im vergangenen Jahr verbrachte er bei einer kleineren Rallye in Polen ein Wochenende »zum Kennenlernen« mit den Fahrern. Im März war er eine Woche bei der »Abu Dhabi Desert Challenge« im Einsatz. Jetzt kommt die Königsklasse: drei Wochen Südamerika. »Ich habe bei den beiden vorherigen Rennen schon viele neue Erfahrungen sammeln können. Das war ganz wichtig. Wir arbeiten bei der Rallye Dakar ununterbrochen am Limit. Da muss man wissen, was auf einen zukommt«, erklärt der 39-Jährige. Zudem sei seine Frankfurter Kollegin auch schon bei der »Dakar« dabei gewesen und könne wichtige Tipps geben.

Schon im vergangenen Jahr hatte der Familienvater, der während der Arbeit in Südamerika seinen 40. Geburtstag feiern wird, das Angebot, bei der Rallye mitzuwirken, lehnte aber ab. »Im November 2015 ist unsere Tochter Josefine geboren. Da wollte ich nicht so lange weg«, erzählt er. Inzwischen ist Josefine ein Jahr alt, ihr großer Bruder Matteo drei. Ehefrau Nadin kümmert sich während der drei Wochen im Januar alleine um die Kinder, ermöglicht ihrem sportbegeistert Mann damit seinen Traum von Südamerika. »Ohne ihre Rückendeckung ginge das gar nicht«, unterstreicht Marco Congia, der unter anderem auch den Tischtennis-Bundesligisten TuS Bad Driburg betreut.

Am 29. Dezember fliegt er nach Lateinamerika, wo die Rallye Dakar seit 2009 ausgetragen wird. Start ist am 2. Januar in Asunción, der Hauptstadt Paraguays. Die Strecke führt anschließend bis zum 14. Januar über knapp 9000 Kilometer auch durch Bolivien und Argentinien. »Das wird ein hartes Rennen für die Fahrer. Aber auch für uns ist es nicht leicht. Unsere Hauptarbeit startet, wenn die Fahrer im Ziel sind und geht oft bis weit nach Mitternacht. Viel Schlaf werden wir nicht bekommen«, blickt Marco Congia voraus. Vor allem die extremen Höhen flößen ihm Respekt ein. »Auch wir Physiotherapeuten und der Riesen-Tross aus Mechanikern und Ingenieuren, die das Team begleiten, müssen fit sein«, erläutert Congia, der sich mit Joggen und Krafttraining auf seinen Einsatz vorbereitet.

Die Route führt unter anderem quer über die Anden und entlang des Titicacasees. Der Ruhetag ist in La Paz auf 4000 Meter Höhe vorgesehen. Ziel der Rallye ist am 14. Januar in Buenos Aires. Zwei Tage später geht es für Marco Congia zurück nach Europa – und damit aus dem südamerikanischen Sommer wieder in den deutschen Winter.

Quelle: Silvia Rasche, Westfalen Blatt

Die Wirksamkeit von Squats auf die Schnelligkeit von Sportlern

Einleitungimg_5067
Krafttraining ist ein wesentlicher Aspekt, welcher für die Schnelligkeit eines Sportlers verantwortlich ist. Allerdings wird bis heute noch kontrovers diskutiert, welche Übungen eine hohe Effizienz aufweisen, um die Trainingsziele zu erreichen (Wirth et al. 2016). Dabei ist die Schnelligkeit in der sportlichen Praxis durch eine Vielzahl von Erscheinungsformen und einem hohen Grad von Spezifik gekennzeichnet. Denn sie hängt zum einen von konditionellen (physiologischen und morphologischen) und zum anderen koordinativen (neuronalen) Faktoren ab (Bösing et al. 2014). Es wird angenommen, dass die regelmäßige Integration von Squats einen großen Einfluss auf die Schnelligkeit von Sportlern hat. Im Laufe dieses Artikels soll daher diese Hypothese begründet werden.
Zum Konstrukt der Schnelligkeit
Schnelligkeit vereint quantitative und qualitative Bewegungsvoraussetzungen zu einem Fähigkeitsbereich, der von Sportart zu Sportart sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Somit ist die Schnelligkeit im Sportspiel aufgrund der direkten Auseinandersetzung mit dem Gegenspieler besonders bedeutsam (Bösing et al. 2014). Wird das Konstrukt der Schnelligkeit aus biomechanischer Sicht betrachtet, so ist anzuführen, dass Schnelligkeit eng mit der Schnellkraft verbunden ist und sich je nach Wiederstands- und Kontraktionsbedingungen durch Start-, Explosiv- oder Reaktivkraft erklären lässt. Schnelligkeit entspricht allerdings aus koordinativ- technischer Sicht eine Koordination unter Zeitdruck, während aus trainingsmethodischer Sicht die Schnelligkeit als eigenständiges und komplexes Fähigkeitskonstrukt aufgefasst werden kann. Wird sich auf eine stark physiologische Differenzierung konzentriert, so lässt sich die elementare Schnelligkeit (in erster Linie Abhängig von der Qualität der neuromuskulären Steuer- und Regelprozesse) von der komplexen Schnelligkeit (abhängig von elementarer Schnelligkeit sowie Kraft und Ausdauer) unterscheiden (Güllich & Krüger2013)

img_5066

Zur Wirkung von Squats
Squats stellen eine Form der Kniebeugen dar, welche in unterschiedlichen Variationen ausgeführt werden können, wie beispielsweise Volle-, Halbe- oder Viertel-Squats. Darüber hinaus lassen sich Squats auch als Sprungform zur Sprungdiagnostik einsetzen. So wird beim Squat Jump die maximale konzentrische Sprungkraft, während beim Counter-Movement-Jump die explosive maximale konzentrische Sprungkraft gemessen wird (Bisanz & Gerisch 2013).
Eine Vielzahl an Wissenschaftlern untersuchten bereits die Wirksamkeit von Squats auf die Kraft und somit auch auf die Schnelligkeit (Wirth 2016). Dabei kö
nnen strukturierte Programme dabei helfen, die körperliche Entwicklung zu fördern sowie Verletzungen vorzubeugen. Sogenannte Konditionierungen stimulieren das neuromuskuläre System und können demnach eine verbesserte Informationsverarbeitung erzeugen und die physiologischen Leistungsfähigkeit verbessern. Veränderungen im Bewegungsbereich können somit theoretisch zu verschiedenen Anpassungen führen. Dabei wurde insbesondere das Thema der tiefen Squats auf die Festigkeit in der Literatur diskutiert (Rhea 2016). Rhea et al. (2016) verglichen daher die Trainingseffekte bei Squats in unterschiedlichen Ausfü
hrungen. Dazu wurden die vertikale Sprungleistung und Sprintlaufleistung bei mä
nnlichen Sportlern untersucht, indem innerhalb der 16-wöchigen Trainingsdauer vor und nach dem Training Messungen durchgeführt wurden. Dabei konnte die Untersuchung deutlich herausstellen, dass Kraft gelenkspezifisch ist. Überdies schlussfolgern die Autoren, dass während der Sportkonditionierung Viertel-Squats empfohlen werden können, da diese das Springen und Sprinten deutlich verbessern konnten. Eine Maximierung der Geschwindigkeit und Sprungkraft war die Folge. Diese Forschungsergebnisse wiedersprechen allerdings älteren Untersuchungen, in welchen ein Training mit Vollen-Squats empfohlen wird. Daher bedarf es an dieser Stelle noch weitere Untersuchungen, um eine präzise und allgemeine Aussage treffen zu können.
Die Autorengruppe um Wirth (2016) prüften zudem den Einfluss von spezifischen Trainingsübungen auf die Schnell- und Maximalkraft im Rahmen eines 8-wöchigen Trainings. Insgesamt nahmen 78 Probanden an der Studie teil, welche in eine
Trainingsgruppe und in eine Kontrollgruppe unterteilt wurden. Innerhalb dieser Gruppen wurden zwei Untergruppen gebildet, wobei eine Gruppe in Squat- Training und die andere Gruppe ein Training mit der Beinpresse absolvierten. Die Ergebnisse konnten zeigen, dass die Squat-Gruppe ihre Leistungen, im Vergleich zur Gruppe der Beinpresser, signifikant verbessern konnten. Beim Squat Jump verbesserte sich die Leistung um 12,4 Prozent und beim Counter-Movement-Jump um 12 Prozent, während sich die Werte in der Beinpress-Gruppe lediglich um 3,5 Prozent beim Squat Jump und 0,5 Prozent beim Counter-Movement-Jump verbessern konnten. Hieraus schließen Wirth et al., dass Squat als Trainingsmethode das effektivere Training ist, um seine Schnellkraft zu verbessern. Diese Ergebnisse begründen daher das Erfordernis, die Auswirkungen der neuromuskulären Fähigkeiten auf spezifische Sportsegmente zu übertragen. In einer weiteren aktuellen Studie untersuchten Loturco (2016) die optimale Trainingsbelastung bei Fußballspielern. So konnte gezeigt werden, dass die Integration von Squats in das Training die Schnelligkeit der Spieler deutlich verbessern konnte.
Welche Bedeutung haben die Ergebnisse für die physiotherapeutische Praxis?
Für die Physiotherapie spielen Squats bereits schon seit geraumer Zeit eine wichtige Rolle. Allerdings hat diese Methode eine immer größere Bedeutung für die Sportwissenschaften. Es kann an dieser Stelle angenommen werden, dass die Integration von Squats in den Trainingsalltag eine wesentliche Bereicherung für den Sportler, insbesondere im Rahmen Spielsportarten, darstellt. Um jedoch als Physiotherapeut optimal Athleten begleiten zu können, bedarf es noch weiterer Forschungsergebnisse. Hierzu müsste unter anderem geklärt werden, ob Viertel- Squats oder Volle-Squats einen optimalen Trainingseffekt erzielen können. Ebenso werden die Untersuchungen mit unterschiedlichen Kniewinkel durchgefü hrt, sodass ein direkter Vergleich nicht möglich ist. Als weiterer Kritikpunkt kann zudem angeführt werden, dass in solchen Studien nicht die Zuwächse an Muskelmasse berücksichtigt wurden. Auf weitere Forschungsergebnisse ist daher zu hoffen.

Literatur:
Bisanz, G., Gerisch, G. (2013): Fussball. 2. Auflage. Aachen: Meyer & Meyer
Verlag.
Bösing, L., Bauer, C., Remmert, H., Lau, A. (2014): Handbuch Basketball. 2.
Auflage. Aachen: Meyer & Meyer Verlag.
Güllich, A., Krüger, M. (2013): Sport. Das Lehrbuch für das Sportstudium. Berlin,
Heidelberg: Springer Verlag.
Loturco, I., Nakamura, F.Y., Kobal, R. et al. (2016): Traditional Periodization versus
Optimum Training Load Applied to Soccer Players: Effects on
Neuromuscular Abilities. Int J Sports Med, [Epub ahead of print].
Rhea, M., Kenn, J.G., Peterson, M.D. et. al. (2016): Joint-Angle Specific Strength
Adaptations Influence Improvements in Power in Highly Trained
Athletes. Human Movement, 17 (1), S. 43-49.
Wirth, K., Hartmann, H., Sander, A. et al. (2016): The Impact of Back Squat and
Leg-Press Exercises on Maximal Strength and Speed-Strength Parameters. J Strength Cond Res., 30 (5), S. 1205-1212.

 

 

 

Neuer Beitrag über das Buch : die Schambeinentzündung

Marco Congia und sein Buch. Foto: Rene WenzelBad Driburg (rw). „Niemand wusste genau, wie lange es dauert. Mein Körper hat mich genervt.“ Arjen Robben kennt das Gefühl, wenn man die Leiste nicht mehr auf die leichte Schulter nimmt. Eine Schambeinentzündung fordert besonders viel Geduld ein. Das weiß auch Marco Congia, Sportphysiotherapeut aus Bad Driburg. Der 39-Jährige schreibt zusammen mit anderen Experten in einem Buch über die Hintergründe sowie die Therapie- und Trainingsansätze.
„Es gibt in diesem Bereich keine Literatur“, erklärt Congia seine Idee. Das 152 Seiten starke Exemplar ist bereits seit September erhältlich. In der Einleitung erklärt der Inhaber der Physiotherapie am Kurpark zunächst einmal, wie sich die Verletzung anfühlt. Zumeist mache sich die Schambeinentzündung durch einen akuten oder chronischen Schmerz im Bereich der Schambeinfuge oder der Beckenbodenmuskulatur bemerkbar. „Statt sportlicher Höchstleistungen wird dann schon jedes Treppensteigen zur Qual und ein Spaziergang zur Tortur“, beschreibt der 39-Jährige in seinem Buch.
Besonders bei Fußballern ist das Schambein eine stark belastete Region. Wie bereits anfangs erwähnt, tritt die Verletzung häufig auch bei Profifußballern auf. Das aktuell wohl bekannteste Beispiel ist Marco Reus. Seit Mai fällt der BVB-Star mit dieser Blessur aus. „Er kann nur geradeaus laufen“, hat Bundestrainer Joachim Löw die Schmerzen des 27-Jährigen am 31. Mai beschrieben – Europameisterschaft verpasst! 20 Prozent aller Fußballer seien laut Statistik im Laufe ihrer Karriere von dieser Erkrankung betroffen. Hat es auch Sie schon erwischt?
In dem Buch „Die Schambeinentzündung“ beleuchten Fachleute in insgesamt 13 Kapiteln dieses Thema. Dr. Med Thomas Eberlein, Facharzt für Dermatologie und Venerologie, beschreibt unter anderem in seinem Abschnitt, dass diese Verletzung oftmals mit langwierigen und umfangreichen Therapien verbunden ist. Die Methode „Medical Flossing“ stellt Andreas Ahlhorn etwas genauer vor. Der Physiotherapeut von Hannover 96 zeigt anhand von Bildern, wie die Behandlung durchgeführt wird.
Sein Kollege vom niedersächsischen Zweitligisten, Christian Tambach, beschäftigt sich mit der Frage, ob die Schambeinentzündung nur eine Frage der Zeit im Leistungssport ist. „Die Entwicklung dieser Verletzung ist ein schleichender Prozess. Gerade deswegen ist es so schwierig, ihr vorzubeugen“, sagt Physio Tambach, der dem Leser die anatomischen und funktionellen Zusammenhänge nahelegt. Er zeigt zudem auf, wie man gegen Probleme angehen kann. Mit dabei als Trainingshinweise: Faszien-Rollen und Mobilisierung.
Dass die Ernährung auch in diesem Bereich extrem wichtig ist, erklärt Herausgeber Marco Congia. Wie betroffene die Therapie durch das richtige Essen und Trinken unterstützen können und welche präventiven Maßnahmen in Betracht gezogen werden können, erfährt man im zwölften Kapitel. Dass der Nieheimer bereits mit seiner Herangehensweise erfolgreich gewesen ist, zeigt die Behandlung von David Lauretta. Der Team-Kollege des Brakelers Tobias Puhl hat sich vor knapp zwei Jahren in einem Testspiel mit dem SC Wiedenbrück in Kassel auf einem vereisten Kunstrasen verletzt.
„Er hat trotz der unangenehmen Schmerzen zwei Tage weiter trainiert. Doch am dritten Tag konnte er kaum noch gehen“, erinnert sich Congia. Nach über einen halben Jahr stellt sich der heute 33-Jährige in der Physiktherapiepraxis in Bad Driburg vor. Einige intensive und umfangreiche konservative Behandlungen später ist Lauretta im September 2015 schmerzfrei und steigt wieder ins Training ein. „David hat sich wiederholt bedankt und kann wieder ungestört das tun, was er am liebsten macht: erfolgreich für seinen Verein kicken“, berichtet Congia über einen zufrieden Patienten. Aber das ist nicht das einzige Beispiel, das den Betroffenen Hoffnung auf eine schmerzfreie, sportliche Zukunft macht.

Quelle: http://www.sportkurve-hoexter.de