Starke Fersenschmerzen oder wie behandelt man eine Plantarfasziitis?

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Die Überbeanspruchung der Plantarfaszie – beispielsweise durch intensiven Laufsport (zumal bei Fußfehlstellungen) ­– kann zu einer schmerzhaften Entzündung führen, die in Fachkreisen als Plantarfasziitis bezeichnet wird. Bei der sogenannten Plantarfaszie handelt es sich um ein dickes bindegewebiges Band, das an der vorderen Seite des Fersenbeins ansetzt. Die Aufgabe dieser Faszie ist es, eine Spannung zwischen Vorfuß und Verse zu erzeugen und so die Stöße beim Laufen abzufedern.

Besteht eine ausgeprägte Fehlstellung des Fußes und wird der Fuß durch übermäßige Beanspruchung überlastet, so kann das zu Schädigungen der Plantarfaszie führen. Die Fehl- oder Überbelastungen führen dann häufig zu feinen Haarrissen und in der Folge zu Entzündungen, also zu Schädigungen und zu funktionalen Einschränkungen. Teilabrisse der Plantalfaszie und sogar Komplettabrisse sind ebenfalls möglich. Die überstrapazierte, partiell geschädigte Faszie, weist meist knotige Verhärtungen auf, die sich vom Therapeuten auch ertasten lassen.

Neben bestimmten Fußfehlstellungen können eine übermäßige Trainingssteigerung, falsche Laufschuhe, mit zu geringen Dämpfeigenschaften, der Wechsel des Laufuntergrundes, Übergewicht oder auch Alterserscheinungen diese schmerzhaften Veränderungen begünstigen. Bei rund der Hälfte der Patienten, die über eine Plantarfasziitis klagen, ließ sich zudem ein Fersensporn feststellen.

Stoßwellentherapie zur Regeneration

Zur Behandlung der chronischen Plantarfasziitis wird u. a. die Stoßwellentherapie eingesetzt, die als eine besonders schonende Behandlung bei Entzündungen und Verkalkungen gilt. Bei Stoßwellen handelt es sich um besonders energiereiche mechanisch-akustische Wellen, die auf feste Widerstände im Körpergewebe gezielt einwirken können. Innerhalb kurzer Behandlungseinheiten lassen sich Sehnenansatzentzündungen behandeln und Sporne (Verkalkungen) zertrümmern. Die Erfolgsraten liegen bei bis zu 70 Prozent. Zudem gilt die Therapie als wenig belastend, ja als meist unproblematisch. In wissenschaftlichen Studien konnten bei Einsatz der Stoßwellentherapie eine deutliche Schmerzreduktion bei den meisten Probanden nachgewiesen werden.

Kortikosteroid-Injektionen

Bei einer hartnäckigen Plantarfasziitis kann zudem eine örtliche Injektion Linderung der Schmerzen bewirken. Kortikosteroid-Injektionen zeigen oft kurzfristig gute Erfolge, allerdings lösen sie (wie auch die Stoßwellentherapie) nicht das Problem, das diesem Krankheitsbild zugrunde liegt, nämlich die falsche biomechanische Belastung der Plantarfaszie.

Behandlung durch Krafttraining

Die Behandlung der Plantarfasziitis ist zudem mit einfachen, konservativen Behandlungsmethoden möglich. Dazu gehören die tägliche Dehnung der Wadenmuskulatur und die Dehnung der Plantarfaszie. Außerdem kann, um eine exzessive Pronationsstellung (Einwärtsdrehung) zu erreichen, das Tragen von Einlagen, die das Fußgewölbe zu stützen helfen, sinnvoll sein. Nachts können angepasste Fußschienen den Fuß in einer neutralen Position fixieren und so die Plantarfaszie entlasten. Darüber hinaus belegt eine aktuelle Studie, die häufige Wirksamkeit gezielten Krafttrainings. Spezifische Stretching-Übungen sowie Kraft-Übungen für die Waden und die Fußmuskulatur können nachweislich helfen die Schmerzen deutlich zu lindern. In jedem Fall sollte man aber auch darauf achten den Körper nicht durch extreme Trainingssteigerung zu überlasten.

Übrigens: Als begeisterter Vielläufer berate ich Sie gerne! Ihr Marco Congia

Police statt Price – Progressive Gewebebelastung bei akuter Weichteilverletzung

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Beitrag von Marco Congia in der pt, Zeitschrift für Physiotherapeuten, 67. Jahrgang, Heft: 7_2015

Vorbemerkung:

PRICE (engl. protection, rest, ice, compression, elevation) bedeutet Schutz, Pause, Eis, Kompression und Hochlagerung.

POLICE (engl. to police = etwas überwachen, kontrollieren) steht für eine optimale Belastung.

Im British Journal of Sports Medicine erschien Anfang 2015 ein sehr interessanter Beitrag zur Therapie nach Verletzungen: Statt Ruhe und Entlastung soll das verletzte Gewebe adäquate Belastungsreize erfahren. Marco Congia stellt Ihnen die Inhalte des englischen Editorials vor.

In der sportmedizinischen Wissenschaft werden unterschiedliche Ansätze zur Rehabilitation diskutiert, wenn Sportler von einer Weichteilverletzung betroffen sind. Bisher ging die Forschung davon aus, dass bei einer akuten Sportverletzung das gängige Modell PRICE Anwendung finden sollte, das die Schlüsselvariablen Schutz, Pause, Eis, Kompression und Hochlagerung beinhaltet. Jedoch wurde dessen Relevanz in der Behandlung jüngst infrage gestellt, denn es wird vermutet, dass Entlastung keinen zusätzlichen Schutz für das Gewebe bringt.

In diesem Zusammenhang richtete sich der Fokus auf einen neuen Aspekt: die „optimale Belastung“ (POLICE). Diese funktioniert auf der Basis von zellulären und neuronalen Mechanismen; durch die zugeführte Belastung des Gewebes werden physiologische Anpassungen maximiert. Eine optimale Belastung zu erreichen, ist allerdings sehr anspruchsvoll, da hierbei Merkmale wie Gewebetyp und spezifische Zielsetzungen eine wesentliche Rolle spielen.

Wissenschaftliche Untersuchungen konnten bereits Hinweise einer maximalen Anpassungsfähigkeit hinsichtlich der mechanischen Belastung aufzeigen. Dies geschieht sowohl in der Förderung struktureller als auch neuromuskulärer Anpassung. Eine optimale Belastung entsteht durch die Ausrichtung auf das Zielgewebe sowie die Mischung aus Kompressions-, Scher- und Zugkräften. Neben der variablen Gestaltung von Dauer, Intensität, Richtung und Ausprägung sollte eine optimale Belastung funktionell und individuell zugeschnitten sein.

Glasgow et al. schlussfolgern, dass die Methode POLICE grundsätzlich der Methode PRICE vorzuziehen ist. Allerdings sollte bei einer optimalen Belastung die Wechselwirkung zwischen Muskeln, Nerven und Skelett nicht unberücksichtigt bleiben. Die optimale mechanische und neuronale Anregung verhindert eine schlechte qualitative Ausrichtung, starre Bewegungen sowie übermäßige Belastungen.

Weiterführende Literatur: Glasgow P, Phillips N., Bleaklley C. 2015. Optimal loading: key variables and mechanisms. British Journal of Sports Medicine 49, S. 278f.

Verletzungsmechanismen der vorderen Kreuzbänder bei Profi-Fußballspielern

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[mc] Die Verletzung des vorderen Kreuzbandes kann dazu führen, dass professionelle Sportler lange Auszeiten in Kauf nehmen müssen. Sie stellt grundsätzlich eine massive Bedrohung der sportlichen Karriere dar. Somit stellt die Thematik des vorderen Kreuzbandes insbesondere im Fußball ein Schwerpunktbereich dar, in dem zunehmend die Erkenntnisse aus sportmedizinischer und sportphysiologischer Forschung einfließen. So untersuchten die Autoren um Waldén (2015) die Verletzungsmechanismen der vorderen Kreuzbänder anhand einer systematischen Videoanalyse. Hierzu wurden 39 Videos untersucht, in denen sich Profifußballer diese Verletzungen zuzogen. 27 Aufnahmen stammten aus der UEFA Elite Club Injury Study (2003-2011) 5 von der Profi-Liga in Schweden (2002-2008) und 7 von der Profi-Liga in Norwegen (2006-2011). Insgesamt überprüften fünf unabhängige Analysten alle Videos. Die Ergebnisse brachten hervor, dass 25 Verletzungen nicht aus Berührungen, acht aus einem indirekten Kontakt und sechs aus einem direkten Kontakt resultierten. 20 Verletzungen entstanden am rechten und 19 am linken Knie. Bei einem Großteil der Verletzungen (n=30) war der Spieler an einem defensiven Spiel beteiligt. Desweiteren hatten 20 Spieler keinen Ballbesitz zum Zeitpunkt der Verletzung.

Eine große Stärke der Studie bestand darin, dass eine homogene Gruppe von professionellen männlichen Fußballspielern untersucht werden konnte. Überdies hinaus wurden alle Verletzungen des vorderen Kreuzbandes mit Hilfe einer MRT-Untersuchung oder einer Operation überprüft. Andererseits jedoch liegen die Schwächen dieser Untersuchung in der Qualität und Auflösung der Videos sowie in der Anzahl der Kamera-Ansichten. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass diese Art der Verletzungen reduziert werden könnten, wenn künftig der Fokus viel stärker auf ein spezielles Training der Beinarbeit und Lauftechnik bei Richtungsänderungen in defensiven Spielaktionen gelegt werden würde. Ebenfalls ist die Notwendigkeit gegeben, das Gleichgewicht beim Schießen und Passen zu trainieren, Landetechniken einzuüben und den Aspekt des „Fairplay“ zu beachten. Ich, Marco Congia, habe u. a. während spezieller Aufenthalte bei Mark Verstegen in den USA viel zu passenden Übungen lernen können und vermittle schon heute Sportlern, nach einer individuellen Beurteilung der körperlichen Voraussetzungen, die passenden Übungen.

Waldén, M.,Krosshaug, T., Bjørneboe, J., Andersen, T.E., Faul, O., Hägglund, M. 2015: Three distinct mechanisms predominate in noncontact anterior cruciate ligament injuries in male professional football players: a systematic video analysis of 39 cases, Br J Sports Med 2015;0:1-10.

WARUM NÜCHTERN-TRAINING DER GESUNDHEIT SCHADEN KANN

 

WARUM NÜCHTERN-TRAINING AB BESTIMMTEN UMFÄNGEN DER GESUNDHEIT SCHADET.

Training auf nüchternen Magen soll die Fettverbrennung optimieren und dadurch die Leistung verbessern und das Gewicht reduzieren. Es spricht nichts dagegen, morgens ohne Frühstück einen kurzen Lauf bis zu 45 min zu absolvieren. Bei längeren Trainingseinheiten ist Nüchtern-Training jedoch unsinnig und gefährlich. Aber warum ist das so?

Der Unsinn des Nüchtern-Traning
Warum Nüchtern-Training nicht sinnvoll ist und der Gesundheit schaden kann.
GRUND 1

Die Fettverbrennung funktioniert nur, wenn Kohlenhydrate (KH) zugegen sind!

Die entsprechenden biochemischen Vorgänge im Citrat-Cyclus sind lange bekannt und unstrittig, dafür wurde bereits 1953 der Nobelpreis an Hans Krebs verliehen.

Die notwendigen KH werden entweder aus den Speichern Leber und Muskeln bereitgestellt, direkt über die Nahrung aufgenommen oder sehr langsam aus Proteinen umgewandelt.

Durch Nüchtern-Training entleeren sich die Speicher, es muss also auf die Umwandlung aus Proteinen zurückgegriffen werden. Dieser Prozess ist so langsam, dass ein Training selbst im Grundlagenausdauerbereich nicht mehr möglich ist, also kein effektives Training stattfinden kann.

Ein Training unterhalb des GA-Bereichs verstößt gegen das Prinzip des wirksamen Trainingsreizes aus der allgemeinen Trainingslehre.

GRUND 2

Das Gehirn kann Energie nur aus Kohlenhydrate gewinnen.

Ein Kohlenhydratmangel verursacht u.a. Schwindelgefühle, Unwohlsein, Konzentrationsmängel und Trainingsunlust und hat eine erhöhte Verletzungsgefahr, erhöhte Sturzgefahr und eine technisch unsaubere Bewegungsdurchführung zur Folge. Daher ist es notwendig Kohlenhydrate aufzunehmen, die das Gehirn verarbeiten kann.

GRUND 3

Zur Umwandlung der Kohlenhydrate aus Proteinen werden u.a. Antikörper genutzt.

Proteine liefern pro Gramm die gleiche Energiemenge wie ein Gramm Kohlenhydrate. Im Gegensatz zu den Kohlenhydraten werden Proteine unter normalen Bedingungen im Alltag und im Training jedoch nicht zur Energiegewinnung herangezogen, sondern erfüllen andere Funktionen: Proteine bilden Enzyme, sind wichtige Bausteine für die Muskulatur (Aufbau und Regeneration beschädigter Muskeln) oder kommen in Knochen, Bändern und Sehnen vor.

Verfügt der Körper nicht über ausreichend Kohlenhydrate werden Proteine zur Energiegewinnung genutzt. Somit steigt die Infektanfälligkeit beim Sport. Zudem begünstigt dauerhafter Kohlenhydratmangel ein Übertrainings-Syndrom.
GRUND 4
Je höher die Belastung, um so mehr Fette werden verbrannt.

Fette verbrennen im Ofen der Kohlenhydrate. Das bedeutet das die Fettverbrennung ohne das Vorhandensein von Kohlenhydraten gar nicht effektiv ablaufen kann.

Der relative Anteil der Fettverbrennung sinkt zwar, aber bedingt durch den Anstieg des Energiebedarfs steigt die absolute Fettverbrennung. Im oberen Grundlagenbereich wird die Fettverbrennung also besser trainiert als im unteren Grundlagenbereich.
GRUND 5
Die Fettverbrennung ist nicht der letztlich entscheidende Faktor.

Im Langzeit-Ausdauersport entscheidet die lokale Muskelausdauer, und die wird beim Nüchtern-Training durch das zu niedrige Tempo nur unzureichend trainiert.

Quelle:

http://www.squeezy.de

Behandlungsablauf Schambeinentzündung

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Behandlungsplan

Behandlungsübersicht zum Artikel

Schambeinentzündung bei Sportlern

Von Marco Congia, sportärztezeitung 02-2016

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Behandlungstag 1 – Donnerstag, 23.07.2015

1. Behandlung

– Diaphragma Techniken am Sacrum, unteren Rippenbogen, Sternum und am Occiput zur Zirkulationsverbesserung

– Behandlung der Bowstring (Bogensehne)

– Korrektur Ilium anterior, des Outflairs und der Pubis Dysfunktion

2. Behandlung

– Überprüfung des Zustands nach der Erstbehandlung

– Positional Release BMT für die Dura Mater Spinalis

– Pain Positional Release, Tender Point L5

– Globale Dehnung des Peritoneums

– Myofaszial Release der Fascia thoracolumbalis

– Behandlung des Adduktoren Triggerbands und des Gluteus Triggerbands

– Behandlung der Continuum Distorsion an der Symphyse und den Adduktoren

– EasyFlossing Applikationen am Becken und an den Adduktoren

Behandlungstag 2 – Freitag, 24.07.2015

1. Behandlung

– Bestimmung des aktuellen Status, Patient empfindet deutliche Verbesserung

– Behandlung der Triggerbänder

– Behandlung der Continuum Distorsion an der Symphyse und den Adduktoren

– EasyFlossing Applikationen am Becken und an den Adduktoren

– Behandlung der Faltdistorsionen an der LWS und BWS

– Manipulation Pubis Dekoaptation

2. Behandlung

– Erarbeitung individuelles Dehnprogramm, Übungen antagonistisches Dehnen

– Vorsichtiger Beginn mit leichtem Laufen auf der Bahn

– Anschließendes nochmaliges Dehnen

3. Behandlung

– Dehnprogramm

– Beginn des Krafttrainings nach PRT System, Übungen: Kniebeugen, Kreuzheben, Prehab Exercises

Behandlungstag 3 – Samstag, 25.07.2015

1. Behandlung

– Bestimmung des aktuellen Status, Patient gibt deutliche Verbesserung der Symptome an: Kein Ruheschmerz trotz Übungsbelastung, subjektive Schmerzskala von 10 auf 1-2 gefallen

– Antagonistisches Dehnen

– 30 min. Lauftraining, 6 min. pro Kilometer

– Laufschule

– Prehab Exercises

2. Behandlung

– Behandlung der Diaphragmen

– Behandlung Dura Mater

– Craniosacrale Behandlung des Craniometrischen Punktes Bregma und der OM

– Fasziale Behandlung des Adduktorenkanals, hold and releax

– Behandlung des Zwerchfells

– Regulation sympathisches Nervensystem, Rip Raising

– Tonusregulation des Musculus iliopsoas durch PIR- und RIP-Techniken

3. Behandlung

– Krafttraining nach PRT System mit EasyFlossing Applikationen

– Übungen: Kniebeugen in verschiedenen Variationen, Kreuzgelenk

– Olympic Lifting

– Antagonistisches Dehnprogramm

Behandlungspause – Sonntag, 26.07.2015

– Der Spieler führt zu Hause selbständig 2x sein Dehnprogramm durch

– Langsamer Dauerlauf, ca. 45 Minuten

– Erneutes Dehnprogramm

– Blackroll

Behandlungstag 4 – Montag, 27.07.2015

1. Behandlung

– Bestimmung des aktuellen Status, nahezu komplette Schmerzfreiheit an, auch nach den Laufeinheiten treten keine Probleme auf

– Behandlung der Triggerbänder Adduktoren, Glutäen, hinterer Oberschenkel

– Hold-and-Release-Behandlung am Occiput

– Korrektur der Kopfgelenke

– Continuum Distorsion der HWS

2. Behandlung

– Prehab Exercises

– Übungen mit Koordinationsleiter inklusiver erster schnelle Richtungswechsel

– Plyometrie Training mit Koordinationsleiter und Minihürden

– Stabilisationsübungen am TRX

– Antagonistisches Dehnen

3. Behandlung

– Krafttraining nach PRT System

– Übungen: Olympic Lifting, Good Mornings, Kreuzheben, Kniebeugen

– Krafttraining mit verschiedenen EasyFlossing-Applikationen

– Übungen mit der Blackroll

– Dehnprogramm

Behandlungstag 5 – Dienstag, 28.07.2015

1. Behandlung:

– Bestimmung des aktuellen Status, komplette Schmerzfreiheit, lediglich kurzes Ziehen nach Krafttraining im Bereich des Ansatzes der Adduktoren

– Craniosacrale Behandlung mit Schwerpunkten der Behandlung vom Os temporale und der OM

– Behandlung der Dura Mater und Regulation der Sympathikusarbeit. Verbesserung der Zirkulation durch Recoil Techniken auf dem Sternum und Ausführung des Grand Manoeuvre

2. Behandlung

– Training mit dem Medizinball als Wall Drill mit Zielrichtung Rumpfstabilisation und Flexibilitätssteigerung

– Wall Drills als Speedtraining

– Arbeiten mit dem Speedsack und mit Fallschirm

– Koordinationstraining mit dem Ball

Nachbemerkung

– Vereinbarung eines dosierten Einzeltrainings am Ball und von Laufeinheiten während des Mannschaftstrainings (ohne Vollsprints und Torschuss)

– Dehnen, Arbeiten mit der Blackroll und Krafttraining durch den Spieler zu Hause

– Selbst durchgeführte EasyFlossing-Applikationen

– Messung des morgendlichen PH-Werts im Urin, in Absprache Festlegung der Belastung für den Tag

Behandlungstag 6 – Mittwoch, 29.07.2015

– Teilnahme am Teamtraining als Einzeleinheit während des Mannschaftstrainings unter Physiotherapeutenaufsicht, Trainingsschwerpunkt: Grundlagen-/Kraftausdauer mit dem Ball (Belastung erfolgt nach subjektivem Empfinden des Spielers und nach PH-Wert)

– Abends Krafteinheit mit anschließendem Dehnprogramm

Behandlungstag 7 – Donnerstag, 30.07.2015

– Teilnahme am Teamtraining als Einzeleinheit während des Mannschaftstrainings unter Physiotherapeutenaufsicht, Trainingsschwerpunkt: Grundlagen-/Kraftausdauer mit dem Ball (Belastung erfolgt nach subjektivem Empfinden des Spielers und nach PH Wert)

– Training im Schwimmbad: Aquajoggen und 35 Minuten Schwimmen im Wechsel Freistillschwimmen und nur Beinschlag

Behandlungspause – Freitag, 31.07.2015

– Kompletter Ruhetag

Behandlungstag 8 – Samstag, 01.08.2015

1. Behandlung

– Bestimmung des aktuellen Status, komplette Schmerzfreiheit

– Behandlung Faltdistorsionen an BWS und LWS

– Behandlung Bowstring (Bogensehne)

2. Behandlung

– Speedtraining mit Wall Drills und Speed Sack

– Prehab Exercises

– Plyometrie Training

– Hausaufgabe: Krafttraining, Dehnen und Blackroll

Trainingstag – Sonntag, 02.08.2015

– Training mit der Mannschaft mit Steigerung der aktiven Teilnahme

– Erweiterung des Programms durch leichte Sprints und lange Pässe

– Abends Dehnprogramm

Behandlungstag 9 – Montag, 03.08.2015

1. Behandlung

– Training mit der Mannschaft mit Steigerung der aktiven Teilnahme.

– Leichte Sprints und lange Pässe

– Training im Schwimmbad: Aquajoggen und 35 min. Schwimmen im Wechsel Freistillschwimmen und nur Beinschlag

Behandlungstag 10 – Dienstag, 04.08.2015

– Training mit der Mannschaft mit Steigerung der aktiven Teilnahme.

– Leichte Sprints und lange Pässe

– Abends Krafteinheit mit anschließendem Dehnprogramm

Abschlusstreffen – Mittwoch, 05.08.2015

– Abschlussgespräch mit dem Spieler: Spieler zeigt sich symptomlos

– Empfehlung: dosierter Sportartspezifischer Belastungsaufbau in Extratrainingsgruppe (Trainingsgruppe 2 mit Athletiktrainern), Extrakrafttraining und Dehnprogramm

 

Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im American Football

American Football
Schon seit geraumer Zeit warnen Experten davor, dass American Football keine Sportart ist, die für Kinder und Jugendliche geeignet ist. Begründet wird dieses Argument damit, dass mit enormen Langzeitschäden zu rechnen sind und die Verletzungsquote auf hohem Niveau liegt. Aufgrund der zunehmenden Besorgnis vieler US-Amerikanischen Eltern, wurde eine Studie zu gesundheitlichen Fragen von Kindern und Jugendlichen, die regelmäßig Football spielen, durchgeführt. Hierzu wurden mehr als 4.000 Spieler, im Alter zwischen 5 und 14 Jahren, untersucht und befragt. Herauskam, dass rund 90 Prozent der untersuchten Spieler sich bislang keine Verletzungen zuzogen, die dazu führten, dass ein oder mehrere Spiele ausgesetzt werden mussten oder am Training nicht teilgenommen werden konnte. Darüber hinaus erlitten in der Saison 2012/2013 etwa 22 Prozent eine Verletzung, von denen jedoch 70 Prozent wieder am gleichen Tag zurückkehrten, ohne auf ein Spiel oder ein Training verzichten zu müssen. 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die aufgrund einer Verletzung ein Spiel oder Training ausfallen lassen mussten, kehrten jedoch nach sieben Tagen wieder zum Training zurück. Des Weiteren wurde in dieser Studie auch die Art der Verletzungen analysiert. An erster Stelle stehen hierbei Hämatome (blaue Flecke), gefolgt von Bänderdehnungen. Lediglich 4,3 Prozent der untersuchten Spieler mussten wegen einer Gehirnerschütterung behandelt werden. Dabei stellt die Teilnahme an einem Spiel kein größeres Risiko dar, als die Teilnahme am Training.
Zwar kann die Anzahl der Gehirnerschütterungen innerhalb zwei Jahre kritisch betrachtet werden, allerdings wurden keine schwerwiegenden Kopf- und Nackenverletzungen festgestellt. Ebenfalls war das Verletzungsrisiko bei den jüngsten Spielern (5-7 Jahren) am geringsten, was wahrscheinlich an dem Faktum liegt, dass in dieser Altersgruppe noch kein “Full Contact Football” gespielt wird. Für Deutschland wird es wahrscheinlich kein Vorhaben geben, solch eine Studie durchzuführen – zu wenige Spieler gibt es dort im Kindes- und Jugendalter. Dennoch besteht die Notwendigkeit, auch Mannschaften hierzulande, professionell zu betreuen, um das Verletzungsrisiko so gering wie möglich zu halten.

Präventionsstrategien im professionellen Fußball

Berti Vogts, Marco Congia2
In den vergangenen Jahren hat sich der moderne Profifußball in einem äußerst schnellen Tempo entwickelt. Nie zuvor waren die Spieler schneller und athletischer, was aber auch bedeutet, dass sich die Spieler häufiger und schwerer verletzen. Präventionsstrategien, die die Verletzungen betreffen, spielen daher eine besondere Rolle beim Profifußball. Doch werden Präventionsprogramme auch von Spielern und Trainern eingehalten? Dieser Frage gingen die Autoren McCall, Dupont und Ekstrand im vergangenen Jahr nach und quantifizierten mit Hilfe einer strukturierten Online-Befragung die Aussagen der betreuenden Ärzte von 34 europäischen Elite-Teams. Diese sogenannte UEFA-Elite-Club-Verletzungsstudie thematisierte zum einen die Risikofaktoren für Verletzungen, die Beurteilung und Überwachung von Verletzungsrisiken und zum anderen Präventionsstrategien sowie Befolgung der ärztlichen Ratschläge von Spielern und Trainern (Compliance). Die Ergebnisse konnten zeigen, dass ein wesentliches Risiko für eine erneute Verletzung in vorherigen Verletzungen begründet werden konnte. Weitere Risikofaktoren waren körperliche Fitness, aufgestaute Müdigkeit, reduzierte Regenerationszeiten sowie eine zu hohe Arbeitsbelastung. Als präventive Übungen stand das exzentrische Training im Vordergrund, welches auf das Abfangen des eigenen Körpergewichtes oder Lasten beruht. Darüber hinaus bestanden weitere Präventionsstrategien im Training von Körperwahrnehmung und -lage (Propriozeption), Balanceübungen sowie Trainingsprogramme zur Verbesserung der Koordination und Körperstabilität (Core-Training). Des Weiteren wurde angegeben, dass die Überwachung der Verletzungsstrategien zunächst in der Messung der Arbeitsbelastung bestand – gefolgt von dem subjektiven Wohlbefinden und einer allgemeinen medizinischen Überwachung. Subjektiv wurde die Compliance der Trainer in UEFA-Teams als „hoch“ wahrgenommen, während die Spieler sich entweder perfektionistisch an die Ratschläge hielten oder aber auch diese nicht beachteten. Und genau an dieser Stelle liegt das Problem. Denn wenn die Spieler eine höhere Compliance aufweisen würden, so hätten gegenwärtige Präventionsprogramme, nach Aussage der Studie, deutlich mehr Erfolg. Daher gilt es, im professionellen Fußball die Compliance der Spieler zu erhöhen, wobei in diesem Zusammenhang zunächst eine Ursachenforschung betrieben werden sollte.

Literaturquellen:
McCall, A. / Dupont, G. / Ekstrand, J. (2015): Injury prevention strategies, coach compliance and player adherence of 33 of the UEFA Elite Club Injury Study teams: a survey of teams’ head medical officers. In: Br J Sports Med doi:10.1136/bjsports-2015-095259.

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