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Warum das richtige Dehnen für Athleten von großer Bedeutung ist

Will ein Fußballer zusätzliche Leistungsgewinne verbuchen, seine Schusskraft verbessern und sein Verletzungsrisiko senken, dann sollte er sein Repertoire an Dehnungsübungen um Übungen erweitern, die seine Faszien ansprechen. Denn die Faszien stellen eine interessante Leistungsreserve bzw. einen wichtigen Energiespeicher dar und sind von wesentlicher Bedeutung für die Spannkraft des Körpers.

Unter Faszien versteht man das Bindegewebe, das im Wesentlichen aus dem Eiweißbaustein Kollagen und aus Wasser besteht. Die netz- und wellenartig angeordneten Kollagenfasern durchziehen den gesamten Körper und umgeben die verschiedenen Organe.

Gesunde Faszien haben faszinierende, scheinbar gegensätzliche, die Muskulatur unterstützende Eigenschaften: So ist der Faszienkörper einmal stark, fest und belastbar und dann wieder geschmeidig und dehnbar. Regelmäßige Dehnübungen stimulieren die Kollagenstruktur.

Beim klassischen Dehnen werden Muskelfasern entspannt und der Muskel insgesamt verlängert. Die parallel zu den Muskelfasern angeordnet Faszien werden mitgedehnt. Andere extramuskuläre fasziale Partien des Körpers werden hingegen nur durch federnde und hüpfende Bewegungen angeregt und trainiert. Denn durch hüpfende Bewegungen werden diese Faszienpartien verlängert und verkürzt. Ein statisches Ausharren in einer bestimmten Dehnposition wird also beim dynamischen Dehnen vermieden. Es geht beim dynamischen Dehnen vielmehr um schnelle federnde Bewegungen mit kurzer, kaum hörbarer Bodenberührung.

Ein trainiertes Fasziennetz führt zu einem besseren Körpergefühl, einem effizienteren Einsatz von Kraft, verbesserter Leistungsfähigkeit und zur Beschleunigung von Heilungsprozessen.

Als Sport-Physiotherapeut empfehle ich sowohl statische als auch dynamische Dehnungsintervalle. Die „klassischen Dehnübungen“ sollten je zwei Minuten dauern und sechs Zwischenschritte berücksichtigen.

  1. Gegen die Richtung anspannen in die gedehnt werden soll
  2. Aktiv in die Richtung anspannen in die gedehnt werden soll
  3. Passiv in die Richtung anspannen in die gedehnt werden soll
  4. Gegen einen zusätzlichen Wiederstand aktiv dehnen
  5. Passiv das Bewegungsausmaß vergrößern
  6. Aktiv die neue Muskellänge abspeichern

Dabei soll jeder der oben genannten Schritte 20 Sekunden gehalten werden. Nach statischen Intervalleinheiten würden dynamische folgen (federndes Hüpfen). Durch diese Dehnungsintervalle werden die verschiedenen kollagenen Strukturen, Bänder und Sehnen angesprochen. Das bedeutet für Sie als Sportler, dass Sie sich geschmeidiger und energiesparender bewegen können, weil Sie zusätzliche Leistungsreserven aktivieren.