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Verletzungsrisiken am Beispiel Bobfahren

Bald ist es soweit. Ab dem 7. Februar schaut die Welt für etwas mehr als zwei Wochen der Wintersportweltelite beim Kampf ums Edelmetall zu. In Sotschi startet die teuerste Winterolympiade, die je die Welt gesehen hat. Neben Bildern von glücklichen Gewinnern wird es aber vermutlich auch wieder Berichte von unschönen Sportunfällen geben.

Gar nicht im Fokus sind die chronischen Beschwerden und Verletzungen, die als Folge den ein oder anderen Sportler ein Leben lang begleiten werden.

Hier sei einmal das scheinbar sichere Bobfahren als Beispiel gewählt. Und, welch eine Überraschung: Beim Bobfahren sind die Verletzungsrisiken vielfältig. Wenn heute Bobmannschaften mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 140 km/h durch den Eiskanal schießen, dann ist das eine unglaublich hohe Belastung für Mensch und Material.

Rund 90% der Athleten erleiden während ihrer aktiven Zeit Verletzungen als Folge des extremen Trainings, der kontinuierlichen körperlichen Überbeanspruchung bzw. in Folge eines Unfallgeschehens nach einem Fahrfehler.

Neben den unteren Extremitäten wird besonders die Wirbelsäule in Mitleidenschaft gezogen. Ein riesiges Problem sind die niedrigen Temperaturen und die oft nicht richtig aufgewärmte Muskulatur der Bobfahrer. Da sind Verletzungen der Muskeln, Sehnen und Gelenke in der strapazierenden Startphase nicht ungewöhnlich.

Rund 15 Meter müssen die Atlethen einen atemberaubenden Sprint zum Anschieben des Gefährts hinlegen und muten dabei ihrem Körper einiges zu. Die Verletzungsmuster gleichen deshalb in etwa denen der Leichtathleten. Die Sehnenansätze, Muskelbündel und Knorpel sind stark gefährdet. Und beim Springen in den Schlitten verletzen sich die Sportler mit ihren spitzen Spikes nicht selten gegenseitig. Anschließend hocken die Bobteams gebückt für fast eine Minute in ihren rasenden Gefährten. Dabei ist die Wirbelsäule Kräften von bis zu 5 G ausgeliefert.

Die Belastung durch die Stöße für den Rücken und die daraus resultierenden Folgen mag ich mir gar nicht vorstellen.

Gerade Anfängern rate ich, Sportphysiotherapeut Marco Congia, deshalb zu einem sehr konsequentesn Vorbereitungstraining. Besonderes Augenmerk muss zudem auf ein intensives Aufwärmen vor dem Start geachtet werden.

Ach – und noch etwas ist mir wichtig. Rodeln und Bobfahren birgt auch für den Nachwuchs auf den zahlreichen verschneiten Hügeln im winterlichen Deutschland nicht zu unterschätzende Risiken. Bei den schweren Sportverletzungen der Kinder rangiert es auf Platz drei. Kopf- und Brustkorbverletzungen sind die Folge von schweren Zusammenstößen mit Hindernissen. Traurigerweise lassen sich die Folgen eines solchen Unfallgeschehens aktuell bei Michael Schumacher mit verfolgen.

Deshalb sollte für alle Wintersportarten und eben auch beim Rodeln gelten: Immer den Kopf durch einen guten Helm schützen! Außerdem Kinder niemals unbeaufsichtigt Schlitten fahren lassen!