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2007 gewann die deutsche Nationalmannschaft unter Bundestrainer Heiner Brand die Weltmeisterschaft. Spätestens seitdem ist Handball wieder eine populäre Sportart in Deutschland. Das schnelle, athletische Spiel stellt hohe Anforderungen an den Stütz- und Bewegungsapparat eines Handballers. Sprinten, Abbremsen, Werfen und Springen müssen virtuos miteinander kombiniert werden. Ständig ist der Sportler in Bewegung und der Körper wird extremen Belastungen ausgesetzt. Da die Zahl schwerer Verletzungen (Kreuzbandruptur, Sprunggelenkverletzung…) seit Jahren kontinuierlich ansteigt, müssen die Verantwortlichen umdenken.

Studien belegen wie hoch das Verletzungsrisiko gerade beim Handball ist. Un auch der Gesundheitsbericht NRW zeigt, dass Handball nach Fußball die höchste Verletzungsquote aufweist! Körperbetont, schnell und aggressiv ist das Spiel und wird so besonders für die unteren Extremitäten sehr riskant. Chronische Überlastungsschäden treten aber auch in den oberen Extremitäten mit zunehmendem Alter vermehrt auf. Rund 75 Pflichtspiele absolviert ein Profi pro Saison. Für die meisten Athleten ist das eindeutig zuviel und das rächt sich.

Knieverletzungen treten bei den extremen Bewegungen, den Starts und Stops auf den Hallenböden auch ohne Körperkontakt mit dem Gegenspieler auf. Verletzungen entstehen zudem besonders häufig beim Landen oder bei plötzlichen Drehbewegungen. Lange verletzungsbedingte Pausen sind die kurzfristigen Folgen, langfristig rächt sich die Überbeanspruchung der Strukturen durch verschlissene Gelenke und chronische Schmerzen.

Dabei belegen sportmedizinische Forschungsergebnisse jüngerer Zeit, dass solch schwere Verletzungen wie Kreuzbandrisse vermeidbar wären. Dazu allerdings bedarf es einer grundlegenden Umstellung des Athletik-Trainings im Ballsport. Die Spieler müssen mehr Gelenkkontrolle haben.

Präventionskonzepte wie sie in den USA, aber auch im skandinavischen Raum praktiziert werden müssen her. Die Sportler müssen dabei lernen gefährliche Bewegungsmuster zu erkennen und zu vermeiden. Ein sensomotorisches Training sollte zur Verbesserung der koordinativen Fähigkeiten beitragen. Das Zusammenspiel zwischen den schützenden Beugemuskeln und den gefährdeten Streckmuskeln muss verbessert werden. Sprungübungen und ein integratives Propriozeptionstraining sind erfolgreiche Module der Verletzungsprophylaxe des Kieler Handball-Verletzungs-Präventionsprogramms.

Zu den elementarsten und wichtigsten Bestandteilen eines erfolgreichen Trainings zählt die regelmäßige, sorgfältige Kontrolle der korrekten Bewegungsausführungen. Diese Kontrolle sollte unbedingt durch einen geschulten Physiotherapeuten erfolgen, da eine bewusste Vermeidung von unnatürlichen Körperpositionen und „falschen“ Bewegungsfolgen Verletzungen vermeiden helfen kann. Eine absolute Sicherheit kann gleichwohl kein Konzept garantieren, aber die forschenden Sportmediziner werden in den nächsten Jahren sicherlich weitere interessante Aspekte der Öffentlichkeit vorstellen.

Kontaktieren Sie mich gerne für weiterführende Informationen und besuchen Sie meine Internetseiten: http://www.marco-congia.de/

Hier noch ein paar Literaturhinweise für besonders Neugierige:

Literatur:

Grage, W.: Das neue Super-Handball-Training. Aachen: Meyer & Meyer Verlag, 2014.

Henke, T.: Sportunfälle. Gesundheitsberichte NRW. Bielefeld, 2003.

Jöllenbeck, T.; Freiwald, J.; Dann, K.; Gokeler, A.; Zantop, T.; Seil, R.; Miltner,, O.: Prävention von Kreuzbandverletzungen. GOTS-Expertenmeeting: Vorderes Kreuzband 2010: 5-26.

Petersen, W., Zantop, T.; Steensen, A.; Hypa, A.; Wesslowski, T.; Hassenpflug, J.: Prävention von Verletzungen der unteren Extremität im Handball: Erste Ergebnisse des Kieler Handball-Verletzungs-Präventionsprogrammes. In: Sportverletz Sportschaden 2002; 16(3): 122-126.

Rebholz, S.: Ein integratives Trainingskonzept zur Verletzungsprophylaxe im Handball. Eine prospektive kontrollierte Interventionsstudie. Dissertation. Universität Konstanz, 2010.

Reckling, C.; Zantop, T.; Petersen, W.: Epidemiologie von Handballverletzungen im Jugendalter. In: Sportverletz Sportschaden 2003; 17(3): 112-117.

Sorensen, L.; Larsen, S.E.; Röck, N.D. The epidemiology of sports injuries in schoolaged children. In: Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports 1996; 6 (7): 281–286.

Wedderkopp, N.; Kaltoft, M.; Lundgaard, B.; Rosendahl, M.; Froberg, K.; Injuries in young female players in European team handball. Scandinavien Journal of Medicin & Science in Sports 1997; 7: 342-347.