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Obwohl die meisten Sportler sehr gut trainiert sind, treten häufiger Probleme auf. Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen quälen den Athleten. Vor diesem Hintergrund wird heute auch den „Faszien“ vermehrt Aufmerksamkeit zuteil. Doch was sind überhaupt Faszien?

In den vergangenen Jahren wurde diese Thematik bereits kontrovers diskutiert. Zum einen wurden Faszien über einen langen Zeitraum übersehen, obwohl sie überall im Körper zu finden sind. Zum anderen existieren erst relativ junge Forschungsergebnisse zu ihnen. Bis vor kurzem wurden Faszien als eine Art Verpackung des Weichgewebes angesehen. Heutzutage gehen Wissenschaftler davon aus, dass ein komplexes Faszien-System besteht, welches aus einem spinnennetzartigen Geflecht besteht und maßgeblich die Mobilität des menschlichen Körpers beeinflusst. Faszien verbinden Muskeln untereinander sowie auch die Muskeln mit dem Knochen. Demzufolge können Bänder als Teil des Faszien-Systems angesehen werden.

Jedoch besteht die Aufgabe der Faszien nicht nur in der Formgebung und Stabilisierung von Knochen oder Muskeln. Das Faszien-Gewebe kann eine Menge an Wasser speichern sowie dafür sorgen, dass alle Organe an ihrem Bestimmungsort bleiben. Diese Aspekte können die Wichtigkeit der Faszien für das Training begründen. Denn auch wenn Faszien zu einem großen Teil aus Flüssigkeit bestehen, können sie wie ein Schwamm austrocknen und somit hart und porös werden. Ist allerdings ein Schwamm nass und gut gewässert, so ist er elastisch und widerstandsfähig. Ein nasser Schwamm kann zwar zusammengedrückt werden, er springt dennoch in seine Ursprungsform zurück. Daher ist die Mobilität und Belastbarkeit wesentlich davon abhängig, wie gut die Faszien mit Feuchtigkeit versorgt sind. Die meisten Verletzungen entstehen dadurch, wenn die Faszien „austrocknen“ und Schichten des Bindegewebes zusammenkleben. Diese Schichten sind dann nicht mehr in der Lage, aneinander vorbeizugleiten, da ihnen die Feuchtigkeit hierfür fehlt. Hierdurch können Erosionen, Risse oder sogar Brüche entstehen. Eine ausreichende Versorgung alleine nur durch das Aufnehmen von Flüssigkeiten reicht aber nicht aus, um die Faszien gesund, geschmeidig und flexibel zu halten. Vielmehr stellt die Bewegung die erste Wahl der Behandlung und Prävention dar. So ist die Variation der Bewegung der Schlüssel zum Erfolg. Denn immer gleiche Bewegungsabläufe können nicht nur das Risiko einer Osteoarthritis erhöhen, sondern sie dehydratisieren auch die Faszien.

Da aufgrund des Faszien-Systems alles im Körper miteinander verbunden ist, können Veränderungen in einem Teil des Körpers erhebliche Auswirkungen auf einen anderen Teil haben. Daher ist es unentbehrlich, die Faszien während der gesamten Lebenszeit gesund zu halten. Ebenfalls sind Faszien in der Lage, Bewegungsenergie zu speichern, um sie anschließend wieder katapultartig zur Verfügung zu stellen. Sie können Stöße puffern und ihre Kräfte weiterleiten. Gesunde Faszien fundieren ähnlich einem „integrierten Trampolin“.

Eine Faszien-Therapie kann dafür sorgen, dass eine deutliche Schmerzlinderung erreicht wird. Unterschiedliche Techniken sorgen dafür, dass sich verklebte Schichten lösen und eine schmerzfreie Bewegung ermöglicht wird. Die Faszien-Forschung steht jedoch erst an ihrem Anfang. Derzeit existieren nur wenige evidenzbasierte Studien, die die Wirksamkeit einer Faszien-Therapie belegen können. Nichtsdestotrotz lassen sich bereits schon Spitzensportler behandeln. Als Sport-Physiotherapeut weise ich, Marco Congia, dennoch darauf hin, dass eine regelmäßige und abwechslungsreiche Bewegung maßgeblich für die Gesunderhaltung der Faszien verantwortlich ist. Dem Thema der Faszien wurde in der Vergangenheit zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt und sollte in der Zukunft mehr Beachtung finden. Dennoch tragen die bisherigen Forschungsergebnisse dazu bei, dass die Sportwissenschaft einen Umbruch erfährt. Begrenzte Trainingsansätze, welche sich bisher lediglich auf einzelne Muskeln beschränkten, werden um den Ansatz der Faszien erweitert. Denn das Faszien-System ist ein komplexes Sinnesorgan, welches über eine sechs- bis zehnmal höhere Anzahl an sensorischen Nervenrezeptoren als ein Muskel verfügt. So kann mit dem richtigen Training die Muskulatur vor Verletzungen geschützt sowie die Belastbarkeit von Bandscheiben und Hüftgelenken erhöht werden. Möchten Sie weitere Informationen erhalten, so freue ich mich über Ihren persönlichen Kontakt oder einem Besuch auf meiner Internetseite http://www.marco-congia.de/.