Fußball hat sich heutzutage zu einem intensiven und wettbewerbsfähigen Spiel entwickelt, welches durch hohe physischen und technischen Anforderungen gekennzeichnet ist. Damit die Sportler ihre körperlichen Grenzen nicht überschreiten und Verletzungen verhindert werden, besteht das Erfordernis, ein angemessenes Gleichgewicht zwischen Training, Wettkampf und Erholung zu erreichen. Allerdings kann dieses Gleichgewicht nicht immer erzielt werden, sodass die Verletzungsrate im Fußball deutlich höher als in anderen Bereichen ausfällt. In Elite-Kader stellt daher die Überwachung von jugendlichen Fußballspielern eine wichtige Methode dar, um eine optimale Ausbildung sicherzustellen. Somit kann eine Trainingsanpassung dazu führen, dass die Verletzungen sowie das Verletzungsrisiko reduziert werden können. Jedoch steckt die Forschung der Beziehungen zwischen den Trainingsbelastungen und dem Verletzungsrisiko nach wie vor in den Kinderschuhen.
In einer wissenschaftlichen Studie wurde daher untersucht, welche Beziehung zwischen körperlicher Arbeitsbelastung und Verletzungsrisiko bei Elite-Jugendfußballspieler besteht. Im Rahmen dieser Studie wurden 32 Spieler im Laufe von zwei Saisons überwacht hinsichtlich Arbeitsbelastung und Verletzungsinzidenz beobachtet. Dabei wurden jedoch die Torhüter aufgrund der unterschiedlichen Art ihrer Aktivität ausgeschlossen. Darüber hinaus wurden die gesammelten Daten zur Arbeitsbelastung mit GPS quantifiziert. Die Untersuchung konnte zeigen, dass die physische Arbeitsbelastung mit einem höheren Verletzungsrisiko in Verbindung gebracht werden kann, insbesondere dann, wenn der Spieler über einen Zeitraum von drei Wochen sehr häufig beschleunigt hat. Die Autoren der Studie stellten gleichwohl auch heraus, dass ein progressiver Anstieg der Arbeitsbelastung dazu führen kann, dass die Spieler eine körperliche Toleranz gegenüber den höheren Belastungen und somit eine Widerstandsfähigkeit gegen das Verletzungsrisiko entwickeln können.
Diese Ergebnisse liefern erste Leitlinien zur Implementierung eines optimalen Arbeitsbelastungs-Verhältnisses zur Vermeidung von Traumata in der Elite-Jugend. Die Autorengruppe fordert, dass die Untersuchungsergebnisse in die klinische Praxis aufgenommen werden. Da es sich allerdings hierbei um eine erste Studie handelt, die diese Beziehungen überprüft, ist davon auszugehen, dass künftig weitere Forschungen von Nöten sind. Des Weiteren sollte diese Arbeit einen Anreiz liefern, die Thematik auf weitere Sportsegmente zu übertragen.
Literatur:
Bowen, L., Gross, A.S., Gimpel, MM., Li, F-X (2016): Accumulated workloads and the acute:chronic workload ratio relate to injury risk in elite youth football players. Br J Sports Med, S. 1-8.