Kurze Sprints, schnelle Antritte, abrupte Stopps, Sprünge, Richtungsänderungen, usw. – Fußball ist
gekennzeichnet durch ein vielseitiges Aktivitätsprofil. Ein gezieltes Training und ein optimaler VO2
Wert, der regelmäßig überwacht wird, sind Voraussetzungen für einen Top-Fußballer.
Die physiologischen Anforderungen an den Sportler sind komplex und die Methoden der zuverlä
ssigen Datenerhebung schwierig. Um die Sauerstoffaufnahme während eines Fußballspiels zu
ermitteln ist eine Herzfrequenz-Messung bisher der einzige Parameter zur physiologischen
Beanspruchung der Spieler. Aus ihr wird indirekt über eine Hf-VO2-Regressionsgleichung der Wert
der Sauerstoffaufnahme ermittelt. Untersuchungen und Tests haben nun ergeben, dass die Messung
des VO2 ohne Einschränkungen im laufenden Spiel durchgeführt werden kann. Sie erfolgt mittels
portabler Spirometrie. Eine Abschätzung der durchschnittlichen VO2 bei bekannten HF-VO2-
Regressionsgeraden ist so ebenfalls möglich. Schwierigkeiten in der Datenerhebung können durch
das laufende Spiel auftreten und sollten einkalkuliert werden.

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Der maximale VO2 Wert ist ein wichtiger Parameter für den Fußballer. VO2 max. bezeichnet die
relative, maximale Sauerstoffaufnahme (VO2 max.; in ml O2/min/kg. Körpermasse). Damit lässt sich
die Ausdauerleistung eines Menschen bewerten. Der Wert gibt an, wie viele Milliliter Sauerstoff der
Körper maximal pro Minute verwerten kann. Der optimale VO2 Wert für Fußballer ist 65 ml/kg/min.
Doch garantiert ein optimaler VO2 Wert nicht automatisch eine sportliche Höchstleistung. Für die
Maximalkraft des Fußballers werden weitere Parameter einbezogen. Gelingt durch gezieltes
Krafttraining eine Steigerung des max. VO2 Wertes, steigen Aktivitäten wie die gelaufene
Gesamtdistanz, die Sprintanzahl und Ballkontakte.
Mit der maximalen, schweren Kniebeuge verbessert sich der gemessene Wert. Trainiert man
Kniebeugen in Intervallen, steigt der VO2 Wert deutlich an. Ein Fußballspieler kann, je nach Position
und Fitness, 17 – 81 Sprints pro Spiel ausführen. Oft sorgen intensive Kurzsprints für entscheidende
Momente im Spiel. Physiologische Parameter wie die Sprintfähigkeit und die Sprunghöhe nehmen zu,
gleichzeitig sinkt das Verletzungsrisiko. Wenn Fußballer neben anderen Trainingsinhalten schwere
Kniebeugen absolvieren, springen sie höher und sprinten weiter. Die Sprintzeiten stehen in einem
engen Zusammenhang mit den Gewichten, die ein Sportler in der Kniebeuge bewegen kann. Je mehr
bei einer Wiederholung in der Kniebeuge bewegt wird, desto schneller kann der Fußballer sprinten,
springen und die Richtung Wechseln.
Die maximale Kraft bei Kniebeugen, die Sprintleistung und die Sprunghöhe stehen in direkter
Korrelation. Starke Kniebeugen bedeuten schnellere Spieler. Die Stärke der Kniebeugen bestimmt
die Leistung im Sprint und Sprung bei Fußballern. Eine hohe Kniebeugenstärke unterscheidet die Top-
Spieler von den Amateurspielern, der maximale Sauerstoffverbrauch verringert sich dadurch nicht.
Wie lange gedacht, macht Krafttraining also nicht langsam. Schnelligkeit im Sprint lässt sich nicht
durch Core Training oder Functional Training, sondern mit gezieltem Krafttraining erreichen.
Quelle:
Strong correlation of maximal squat strength with sprint performance and vertical jump height in
Br J Sorts Med 2004/06 U.Wisloff, C.Castagna, J.Helgegrund, R.Jones and J.Hoff